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Sprudelnde Nachbarschaftshilfe

Der Jerzener Weiler Ritzenried hat seit Sonntag ganz offiziell wieder unbelastetes Wasser in den Leitungen. Die alte Quelle wies laut EU-Richtlinie zu viel Arsen auf.

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Für die Errichtung der neuen Wasserversorgung dreier Jerzener Weiler musste die Gemeinde Jerzens auf Nachbarschaftshilfe aus St. Leonhard bauen.
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Von Thomas Ploder

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Jerzens, St. Leonhard –Quasi über Nacht hatte 2010 die EU die Richtwerte für die Wasserqualität gesenkt und für ein Problem in Jerzens gesorgt. Damit durfte die bisherige Trinkwasserversorgung von Ritzenried wegen eines zu hohen Arsen-Wertes nicht mehr genutzt werden. Eine Fristverlängerung für die Umstellung der Wasserversorgung wurde nicht gewährt, deshalb musste die Bevölkerung bereits 2011 anfangs durch Tankwagen, später durch ein Provisorium versorgt werden.

Die technisch sinnvollste und trotz eines Gesamtaufwandes von rund 480.000 Euro noch finanzierbare Lösung einer neuen Trinkwasserversorgung der Jerzener Ortsteile Rablesau, Ritzenried und Wiesle bedurfte allerdings aktiver Unterstützung der Nachbargemeinde St. Leonhard. Diese steuerte nicht nur Grundfläche für die Errichtung des Hochbehälters bei, sondern vor allem das Wasser aus der Galwiesquelle. Darüber hinaus darf zur Vermeidung von Versorgungsengpässen auch das Überwasser der Brunnenlochquelle in den neuen Hochbehälter eingeleitet werden.

Gemeinsam konnten nun die Bürgermeister Karl Raich aus Jerzens und Rupert Hosp aus St. Leonhard am Sonntag die Festgäste zur Segnung des neuen Hochbehälters in Schusslehn durch Dekan Paul Grünerbl begrüßen.

Eugen Feichtinger, der leitende Planer des neuen Hochbehälters, wies in seinen Darstellungen unter anderem darauf hin, dass nicht nur die UV-Anlage für eine entsprechende Keimfreiheit sorgt, sondern außerdem eine eigene Lüftungsanlage in der Wasserkammer eingebaut wurde. Diese diene zur Sicherung der nötigen Staub- und Pollenfreiheit.

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Obwohl der Planer ursprünglich auch einen möglichen Löschwasserbedarf berücksichtigte und größere Volumen vorsah, wurden die beiden Becken mit „nur“ je 50 Kubikmetern bemessen. So bleibt die Bewegung und damit auch die Frische des Trinkwassers jederzeit erhalten.

Die bisherige Trinkwasserquelle bleibt bestehen und wird als Löschwasserversorgung genutzt. Damit entfällt im Einsatzfall die derzeit übliche und für die Feuerwehr aufwändige Wasserentnahme aus der Pitze.


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