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Strom für Private zu teuer, Industrie spart Milliarden

Wien – Die Strompreise im Großhandel sind im Sinkflug, die Stromversorger aber geben die günstigen Preise kaum an Haushalte weiter. Diese Kr...

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Günstigere Strom- und Gaspreise für Wenigverdiener, Alleinerziehende oder Mindestpensionisten: Das fordert die Liste Fritz.
© Erwin Wodicka

Wien –Die Strompreise im Großhandel sind im Sinkflug, die Stromversorger aber geben die günstigen Preise kaum an Haushalte weiter. Diese Kritik äußert die AK seit Jahren und bekräftigt sie in ihrem jüngsten Energiepreismonitor.

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Demnach kostet Strom im Großhandel im Vergleich zum Juli 2008 fast die Hälfte. Dieser Preisverfall sei aber „von keinem beobachteten Stromlieferanten zeitnah und in vollem Ausmaß an die Haushaltskunden weitergegeben“ worden, bemängelt die AK. Etliche Strom­anbieter verlangen laut AK sogar mehr als im Juli 2008: etwa Tiwag (+1,6 %), Innsbrucker Kommunalbetriebe (+4,9 %), Energie Klagenfurt (+3,9), Kelag (+4,1), Verbund (+4,2), Energie AG (+18,6) und Linz AG (+20,9). Dagegen verlangen EVN (-8,7 %), Energie Burgenland (-6,9), Wien Energie (-5,9), Vorarlberger Kraftwerke (-3,7), Salzburg AG (-2,0), Energie Graz (-1,8) und Energie Steiermark (-1,7 %) weniger als im Juli 2008.

Tiwag-Vorstandschef Bruno Wallnöfer bezeichnet den Vergleich der AK mit Börsen­preisen als „oberflächlich“, es gebe im Massenmarkt keine direkte Wechselwirkung zwischen Börsenpreis und Endverbraucherpreis. Der Haushaltspreis sei ein „langfristig geglätteter Preis“. Wallnöfer: „Unsere Marktposition hängt nur zu einem kleinen Teil von Zukäufen ab und zu größerem Teil aus eigener Wasserwerkraft­erzeugung, die sehr kostenstabil ist. Natürlich schrumpft dieser Vorteil in Zeiten niedriger Börsenpreise. 2019 oder 2020 wird es mit niedrigen Großhandelspreise aber zu Ende sein.“ Strompreissenkungen habe die Tiwag nicht vor, man sei der günstigste Landesversorger.

Unterdessen sparen Industriebetriebe E-Control durch die Strommarkt-Liberalisierung vor 15 Jahren jedes Jahr eine Milliarde Euro. Private dagegen hätten wenig von der Liberalisierung gehabt. (mas)

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