Einbahn für besseren Verkehrsfluss
Das Verkehrskonzept für den Kufsteiner Stadtteil Endach ist da. Der Gutachter empfiehlt eine Reihe von Maßnahmen für eine bessere Anbindung. Als Soforthilfe kommt in Kürze probeweise eine Einbahnregelung.
Von Michael Mader
Kufstein –Der Stadtteil Endach, vor allem im Bereich Klammstraße, Siedlerweg, Grillparzerstraße und Franz-Nieberl-Straße, war in den vergangenen Jahren durch mehrere Wohnbauprojekte von einem starken Wachstum betroffen. Anrainer beklagten sich bei der Stadtgemeinde deshalb nicht nur über die erhebliche Verkehrszunahme, sondern auch über die vielen Falschparker.
Aus einer Befragung geht zudem hervor, dass sie sich eine zusätzliche Anbindung an das übergeordnete Straßennetz wünschen. Viele sehen es als Versäumnis der Stadt, dass im Zuge der Errichtung der Wohnblöcke nicht vorgesorgt wurde und keine neue Zufahrt erschlossen wurde.
Im verkehrstechnischen Gutachten von Klaus Schlosser wird festgestellt, dass die Gesamtbelastung von durchschnittlich 1820 Kraftfahrzeugen innerhalb von 24 Stunden angesichts einer Einwohnerzahl von 613 als sehr hoch einzustufen ist. Dies sei ein deutlicher Hinweis darauf, dass der öffentliche Verkehr und das Wegenetz für den Rad- und Fußverkehr als unattraktiv empfunden werden. Der Gutachter schlägt deshalb einige Maßnahmen vor:
1Durch ein ca. 60 Meter langes Straßenstück zwischen dem südlich der Eibergstraße gelegenen Gewerbegebiet und dem Straßendamm könnte eine Verbindung von der Klammstraße zur Eibergstraße hergestellt werden. Dadurch würde insbesondere der Verkehr aus dem „hinteren“ Bereich der Siedlung direkt auf das übergeordnete Straßennetz geführt werden, heißt es im Gutachten.
2Das größte Potenzial für eine Verlagerung des Kfz-Verkehrs liegt laut Schlosser in der Schaffung von attraktiven Verbindungen für den Fuß- und Radverkehr. Unter anderem wird ein parallel zur Tiroler Straße verlaufender Radweg empfohlen, um den Hofer-Markt und das Fachmarktzentrum anzubinden. Dazu ist entweder eine südseitige Verbreiterung der Brücke über die Weißache oder die Errichtung einer zusätzlichen Brücke mit einer Spannweite von ca. 25 Metern notwendig. Angedacht werden aber auch eine Fuß- und Radwegverbindung vom Spielplatz in der Klammstraße nach Weißach und eine Verbindung von der Klammstraße entlang des Böschungsfußes der Eibergstraße bis zur landwirtschaftlichen Unterführung. So könnten das Krankenhaus und der Radweg Richtung Kufsteiner Wald optimal eingebunden werden.
3Da die Siedlung nur am Rande an den öffentlichen Verkehr angebunden ist, schlägt Schlosser vor, dass die Buslinie in beiden Richtungen über die Tiroler Straße zur neuen Endhaltestelle beim Krankenhaus geführt wird. Das Fachmarktzentrum erhält eine eigene Haltestelle. Eine Fahrt durch die Siedlung hält der Gutachter eher nicht für sinnvoll. Zudem wird eine Taktverdichtung auf 15 oder gar 10 Minuten ins Treffen geführt.
4Aufgeführt werden auch eine Reihe von Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung: Eine Beschränkung auf 20 km/h wäre aufgrund des engen Straßennetzes grundsätzlich zu rechtfertigen. Auch Einengungen könnten eine wirksame Tempobremse sein. Zudem scheint im Gutachten die Vervollständigung der Gehstreifen auf. Nicht empfohlen wird von Schlosser eine Einbahnregelung, da dies zu höheren Fahrgeschwindigkeiten führe – außer in Kombination mit Fahrbahnverschränkungen.
Als Sofortmaßnahme hat der Stadtrat nun einstimmig beschlossen, „einen Versuch mit einer Einbahnregelung zu starten“, wie Bürgermeister Martin Krumschnabel auf Anfrage mitteilt. Angedacht ist, dass von der Tiroler Straße aus in den Siedlerweg nur noch eingefahren, aus der Klammstraße wiederum nur noch ausgefahren werden kann. Eventuell werden zusätzlich mobile Einengungen platziert. „Es hat eine so große Bürgerbeteiligung gegeben und wir wollen damit ein Zeichen setzen. Nach ein paar Monaten werden wir die Bürger nach ihrer Meinung zu dieser Maßnahme befragen“, weiß Krumschnabel, dass die Einbahnregelung nicht unumstritten ist. Der Plan wird jetzt aufgelegt und die Stellungnahme der Kammern abgewartet.
Die zusätzliche Anbindung beim Gewerbepark will der Bürgermeister prüfen lassen.
Kommentare