Innsbruck-Land

Mit Liebe erreicht man mehr

Im Februar reist Kathrin Ruef bereits zum fünften Mal nach Simbabwe. Seit 2011 unterstützt der Verein „Lovemore“ die notleidende Bevölkerung auf vielfältige Weise beim Aufbau einer tragfähigen Existenz.
© Lovemore

Der Verein „Lovemore“, gegründet von jungen Frauen aus dem Raum Innsbruck-Land, setzt sich in Simbabwe für Waisenkinder, Arme und Kranke ein – und hat auch 2015 viel vor.

Von Michael Domanig

Oberhofen –Wie viel man mit Nächstenliebe und persönlichem Einsatz trotz begrenzter Mittel bewegen kann, beweist der Verein „Lovemore“: Seit 2011 setzt sich eine Gruppe junger Frauen aus Innsbruck-Land dafür ein, dass notleidende Menschen in Simbabwe die Chance auf ein besseres Leben erhalten.

Auslöser für die Vereinsgründung waren die erschreckenden Zustände im Waisenhaus St. Augustin in Mutare, der viertgrößten Stadt Simbabwes, erzählt Obfrau Kathrin Ruef: Die Oberhoferin, die „schon immer“ nach Afrika wollte, war gemeinsam mit einer Freundin zu einer mehrmonatigen Reise nach Simbabwe aufgebrochen, um eine deutsche Hilfsorganisation zu unterstützen.

In St. Augustin war die Situation „besonders schlimm“, erinnert sich Ruef an den Februar 2011. Die zuständigen Klosterschwestern konnten das Heim aus Altersgründen nicht mehr betreuen, „also waren die Kinder auf sich allein gestellt, unterernährt und völlig verwahrlost“.

Den Tirolerinnen ließ das Erlebte „keine Ruhe mehr“: Sie setzten sich zum Ziel, den Waisenkindern eine fixe Betreuung zu ermöglichen. Als Namensgeber für den neuen Verein diente ein Bub aus dem Waisenhaus: Lovemore.

Heute erhalten die Kinder in St. Augustin wieder regelmäßige Mahlzeiten, viele können die Schule besuchen. Auch sonst hat der Verein „Lovemore“ viel erreicht – spendenfreudigen Tirolern sei Dank. Bereits im Frühjahr 2011 sammelte die Oberhofer Bevölkerung 2,5 Tonnen an Hilfsgütern für Simbabwe. Seither wurden unterschiedlichste Projekte verwirklicht.

Dass sie tatsächlich greifen, zeigt das Beispiel von Givemore: „Als wir ihn Ende 2012 kennen lernten, war er 15 Jahre alt und wog nur noch 15 Kilogramm, er stand an der Kippe“, erzählt Ruef. Doch es gelang, den Buben – der verwahrlost und ohne soziale Kontakte aufgewachsen war – wieder aufzupäppeln. Gemeinsam mit seinem Bruder, der ebenfalls nie sprechen gelernt hat, wurde Givemore bei einer älteren Frau untergebracht, die sich nun liebevoll um die beiden kümmert – mit finanzieller Unterstützung aus Tirol. „Inzwischen können sich die Buben selbst waschen und anziehen, ohne Hilfe aufs Klo gehen und allein zur Schule gehen“, freut sich Ruef.

Im Februar fährt die Oberhoferin, die als Altenpflegerin in Telfs arbeitet (und „sehr froh“ ist, dass ihr Arbeitgeber „all das möglich macht“), zum fünften Mal nach Simbabwe. An konkreten Vorhaben mangelt es nicht: Im Waisenhaus St. Augustin wird ein erfolgreiches Gartenprojekt fortgesetzt, mittlerweile versorgen sich die Bewohner dort selbst mit Mais und Gemüse. Besonders aufwändig ist laut Ruef das Essensprojekt „Tafara“, bei dem „Lovemore“ mit einer deutschen Organisation zusammenarbeitet: Bis zu 250 Kinder, viele von ihnen Aids-Waisen und oft selbst infiziert, erhalten täglich eine warme Mahlzeit, vielfach auch Bekleidung und Therapien. Nächstes Ziel sei es, ein Stück Land zu kaufen und zu bebauen, „damit nicht mehr alle Lebensmittel zugekauft werden müssen“. Zudem soll im Februar eine Photovoltaikanlage, geplant von der HTL Innsbruck-Anichstraße, montiert werden. Entscheidend sei bei alledem, „die Menschen so zu unterstützen, dass sie sich selbst eine Existenz aufbauen können“. Nähere Infos, auch zu Spendenmöglichkeiten, unter www.lovemore.at.

Für Sie im Bezirk Innsbruck unterwegs:

Renate Perktold

Renate Perktold

+4350403 3302

Verena Langegger

Verena Langegger

+4350403 2162

Michael Domanig

Michael Domanig

+4350403 2561