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Sprachgenie glänzt durch Bescheidenheit

Zwei Pfarrgemeinden ließen ihren Pfarrer zum 90. Geburtstag hochleben. Die Liebe zu den Bergen führte den Belgier Roger Lenaers ins Lechtal.

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© Peter Friedle

Von Peter Friedle

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Vorderhornbach, Hinterhornbach –„In Belgien bin ich vor 25 Jahren als Religionspädagoge in Pension gegangen, als Pfarrer hier im Lechtal hoffe ich, noch lange aktiv sein zu können“, sagte Pfarrer Roger Lenaers in seiner Dankesrede anlässlich der Feierlichkeiten zu seinem 90. Geburtstag. Die Gratulanten im voll besetzten Gemeindesaal in Vorderhornbach applaudierten lautstark.

Doch der Reihe nach: Pfarrer Lenaers kam am 4. Jänner 1925 in Antwerpen als eines von sechs Kindern einer Fischerfamilie zur Welt. Er wuchs in einfachsten Verhältnissen auf. Der junge Roger trat 1942 dem Jesuitenorden bei, studierte Theologie, Philosophie und Altphilologie. Er beherrscht neun Sprachen in Wort und Schrift. Nach dem Ende seines Studiums und der Priesterweihe trat er als Religionspädagoge in den Schuldienst und betätigte sich auch als Ausbildner in Religionspädagogik. Er verfasste Lehrbücher für Latein und Griechisch.

In den Sechzigerjahren sah Pfarrer Lenaers erstmals die Berge, als er Jugendliche ins Lechtal begleitete, und war sofort begeistert. Er bestieg viele Gipfel der Lechtaler- und Allgäuer Alpen, war noch mit 88 Jahren auf der Grubachspitze in Vorderhornbach. Er übernahm auch für die Pfarrer des Tales Urlaubsvertretungen, später war er über ein Jahr in Bach und Stockach. 1995 half er in Vorder- und Hinterhornbach aus, seit 1996 ist er Pfarrer der beiden Gemeinden.

In seiner bescheidenen Art wollte er keine Feier, auch auf Geschenke verzichtete er zugunsten der Flüchtlingshilfe. Doch all seine Argumente, die Feier im Sommer nachzuholen, waren vergebens. Die beiden Pfarrgemeinden organisierten genau an seinem 90. Geburtstag eine große Dankesfeier. Am frühen Abend fand in Vorderhornbach in Anwesenheit von Dekan Neuner und Altdekan Pohler sowie Pfarrern aus dem Lechtal zuerst ein Messe statt. Beim Auszug aus der Kirche leuchtete ein riesiger Neunziger vom Hausberg Vorderhornbachs – entzündet von den Männern der Bergwacht. Gemeinsam bewegte sich der Festzug zum Gemeindehaus. Dort hob Bürgermeister Gottfried Ginther das Engagement und die ausgleichende Art des Pfarrers hervor. In launigen Worten ließ Lotte Paulmichl in der Laudatio – Pfarrer Lenaers wünschte, dass eine Frau spricht – die Stationen seines Lebens, seine Aktivitäten, aber auch Hoppalas Revue passieren. Pfarrer Lenaers war gerührt von der Wärme, die ihm im Dorfe entgegengebracht wurde.

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