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Debatte in Polen und Tschechien wegen Holocaust-Gedenkfeier

Warschau/Prag/Auschwitz (APA) - Die parallelen Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sorgen nach B...

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Warschau/Prag/Auschwitz (APA) - Die parallelen Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz sorgen nach Berichten für Spannungen zwischen Tschechien und Polen. Wegen der gleichzeitig zum Gedenken in Polen geplanten Veranstaltung in Tschechien hat sich Polens Ministerpräsidentin Ewa Kopacz Medienberichten zufolge bei ihrem tschechischen Amtskollegen Bohuslav Sobotka beschwert.

Dieser bemühte sich am Donnerstag zu beschwichtigen: Die für 26. und 27. Jänner geplante Veranstaltung in Prag sei nicht als Konkurrenz zu den Gedenkfeiern in Polen gedacht, erklärte Sobotka in einer Presseerklärung, aus der die tschechische Nachrichtenagentur CTK zitierte. Zeitungsberichte, wonach sich Kopacz zuvor telefonisch bei ihm über das parallele Event beschwert habe, dementierte der tschechische Premier aber.

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„Die Tschechen, die scharfe Sanktionen gegen Russland nicht unterstützen, bereiten Putin ein schönes Geschenk, indem sie eine Konkurrenzfeier zu denen Polens im Auschwitz-Museum organisieren. Das ist eigenartig“ - mit diesen Worten hatte zuvor die polnische Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ einen Vertreter aus dem Büro der Ministerpräsidentin zitiert. Kopacz, der die tschechische Initiative ebenfalls missfalle, habe Sobotka angerufen, um ihren Unmut kundzutun, berichtete die Zeitung weiter.

In der Gedenkstätte des nationalsozialistischen Vernichtungslager Auschwitz im heutigen Polen findet am 27. Jänner eine Mahnwache statt. Sie soll auf Wunsch der polnischen Organisatoren den Holocaust-Überlebenden vorbehalten bleiben. Zugleich wird am 26. und 27. Jänner in Prag und im früheren Konzentrationslager Theresienstadt (Terezin) eine zweitägige internationale Veranstaltung stattfinden.

Eingeladen in Prag sind zahlreiche Staats- und Regierungschefs, insbesondere die Vertreter der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs - darunter Russlands Präsident Wladimir Putin. Allerdings haben bisher von den 14 geladenen Staatsoberhäuptern nur der ukrainische und der bulgarische Präsident ihr Kommen zugesagt. Die meisten Länder werden durch ihr Parlamentspräsidenten vertreten sein. Auch EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat sich laut tschechischen Angaben bereits entschuldigt.


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