Entgeltliche Einschaltung

Hengl kämpft für behinderte Ungeborene

Von Mario Zenhäusern...

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Marianne Hengl kritisiert Sabine Oberhauser scharf.
© RollOn Austria

Von Mario Zenhäusern

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Innsbruck –Gesundheits­ministerin Sabine Oberhausers Weigerung, an der so genannten „eugenischen Indikation“ zu rütteln, die das Abtreiben von Kindern mit schwerster Behinderung auch nach dem dritten Schwangerschaftsmonat erlaubt, hat heftige Reaktionen ausgelöst. Auch bei Marianne Hengl, Obfrau von RollOn Austria und unermüdliche Kämpferin für das Leben von behinderten Ungeborenen.

In einem offenen Brief geht Hengl, selbst schwerstbehindert, mit Oberhauser hart ins Gericht. Die Aussagen der SPÖ-Ministerin seien „unmenschlich, präpotent und voreingenommen“. Hengl: „Es darf nicht sein, dass bei Verdacht auf eine Behinderung ein Fötus über die Fristen­regelung hinaus bis zur Geburt abgetrieben werden darf. Das ist eine ungleiche ,Bewertung‘ von behindertem und nichtbehindertem Leben und damit eine Diskriminierung von behinderten Menschen.“

Unter anderem hatte Oberhauser gemeint, man müss­e „die Mütter von ihrer Last befreien, bevor es zu spät ist“. Das sei wie ein Schlag ins Gesicht, empört sich Hengl: „Niemand von uns darf entscheiden, welchen Wert ungeborenes Leben im Mutterleib hat, sei es nun behindert oder nicht.“

Marianne Hengl schließt sich der Kritik im Bericht der UNO zur Staatenprüfung über die Einhaltung der Behindertenrechtskonvention vollinhaltlich an: „Diese ,Rasterfahndung‘ ist mehr als unmenschlich und mit der Behindertenrechtskonvention zudem nicht vereinbar – und interessanterweise in unseren Nachbarländern Deutschland und Schweiz nicht die geltende Gesetzeslage. Es gilt daher, diese rückständige österreichische Rechtssituation so bald wie möglich im Sinne des behinderten Lebens zu ändern.“

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