„Das geht auf Kosten aller Vereine“
Der Baustopp für die Erweiterung des Fußballplatzes Reichenau stellt den Verein vor logistische und finanzielle Herausforderungen.
Von Manfred Mitterwachauer
Innsbruck –Am Montag gab es so etwas wie ein sportliches Krisentreffen in Innsbruck. Zwischen dem Tiroler Fußballverband, dem städtischen Sportamt und der Sportvereinigung Reichenau (SVR). Seit vergangener Woche ist die Fußballsektion der SVR nämlich auf noch auf unbestimmte Zeit heimatlos. Also ohne bespielbaren Platz. Nach einem Einspruch von Alt-Vize-BM Eugen Sprenger hat das Landesverwaltungsgericht nämlich den Baubescheid für die Vergrößerung des Platzes und Erweiterung mit einer Flutlichtanlage gekippt, die TT berichtete. Da die notwendige Flächenwidmung erst im Jänner-Gemeinderat erfolgen wird, soll sich der Baubescheid lediglich auf die Genehmigung einer temporären Anlage gestützt haben – zu wenig für das Gericht. Der Baustopp – ein Zwischenerfolg für die Flutlichtgegner.
Bei der mit dem Projekt beauftragten Stadt-Tochter IIG geht GF Franz Danler davon aus, dass „der Platz im heurigen Sommer eher nicht mehr bespielbar sein wird“. Immerhin rechnet man auch mit Einsprüchen sowohl gegen die neue Widmung als auch einen neuen Baubescheid.
Ein Faktum, das die Reichenauer Fußballer vor ein großes Problem stellt. Wohin mit dem Trainings- und Spielbetrieb für elf Nachwuchs- und zwei Kampfmannschaften? Also mit 230 Nachwuchs- und 36 Kampfmannschaftsspielern vom Kindergarten- bis ins Erwachsenenalter aus insgesamt 14 verschiedenen Nationen? „Das wird auf Kosten aller Innsbrucker Vereine gehen“, schätzt SVR-Präsident Andreas Wanker.
„Die Solidarität ist groß“, tröstet sich SVR-Fußballsektions-Obmann Gernot Amoser über die derzeitige Lage ein klein wenig hinweg. Die Gespräche seien noch im Laufen. Die Kampfmannschaften dürften aber auf das Fennerareal ausweichen können. Für den Nachwuchs werde man tunlichst stadtinterne Lösungen finden. Optionen seien aber, so Vize-BM Christoph Kaufmann (FI), der Sportplatz am Heeresgelände in Kranebitten, auch mit der Gemeinde Rum werde verhandelt.
Neben der logistischen gilt es für den Verein aber auch, eine finanzielle Herausforderung zu meistern. Durch die Verzögerungen werde man Einnahmen (Aboverkauf, Kantine etc.) in der Höhe „von einem Drittel des Jahresbudgets“ verlieren. Und das bei gleichbleibenden Ausgaben. Amoser bleibt dennoch zuversichtlich: „Wir werden das alles schon stemmen.“
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