Kritik am Wettrüsten der Helfer
Bezirkskommandant fordert von Kirchbichler Feuerwehren mehr Augenmaß bei der Anschaffung neuer Ausrüstungsgegenstände.
Von Wolfgang Otter und Willi Maier
Kirchbichl –Es war eine harmonische Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Kirchbichl – bis zum Punkt Ansprachen der Ehrengäste. Bezirkskommandant Hannes Mayr hatte nämlich eine überaus heftige Kritik in seiner Rede eingebaut. Da die Kirchbichler einen gebrauchten Lkw angekauft haben, der nun zu einem Wechsellader-Fahrzeug umgebaut wird, meinte Mayr: „Es geht nicht mehr, dass man in jedem Ort jede Gerätschaft hat. Spezialisierung ist angesagt“, meinte der Bezirkschef zu Kommandant Martin Embacher und seiner Mannschaft. Dabei wurde Mayr recht deutlich, was die Kirchbichler Situation anbelangt. Immerhin gibt es in der rund 5400 Einwohner zählenden Gemeinde drei Feuerwehren in Kirchbichl, Kastengstatt und Bruckhäusl sowie die Löschgruppe Bichlwang mit insgesamt 271 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern und nicht weniger als dreizehn Fahrzeuge. Und das im Umkreis von wenigen Kilometern.
„In einem Fall wie in Kirchbichl braucht es ein Konzept für alle drei Feuerwehren. Das Problem ist, dass in Kirchbichl der Fuhrpark schon überaltert ist und nun Überlegungen angestellt werden, die meiner Meinung nach etwas überzogen sind. Da muss man schauen, was die einen haben und die anderen nicht. Es kann nicht mehr sein, dass jeder alles hat“, meint Mayr zur TT. Auch BM Herbert Rieder verlangte bei der Sitzung ein Ende des Wettrüstens der Feuerwehren und eine bessere Absprache bei Ankäufen.
Verwundert über die Vorwürfe zeigt sich Kommandant Embacher. Er weist den Ausdruck Wettrüsten zurück: „Unser Fahrzeugbestand ist im Schnitt 20 Jahre alt, da muss etwas geschehen. Und natürlich schauen wir, was bereits andere Feuerwehren im Ort haben“, sagt Embacher auf Anfrage zur TT. Was den Lkw anbelangt, „hat den die Gemeinde und die Feuerwehr angekauft“, erinnert er daran, dass kein Landesverbandsgeld geflossen sei.