Tiroler Nachwuchs-Quarterback läuft in der Weltauswahl auf
Wenn nächste Woche das Flugzeug Richtung USA abhebt, dann werden mit Florian Grein und René Hörtnagl zwei Raiders-Footballer grinsend an Bord sitzen.
Von Daniel Suckert
Innsbruck – „Es kribbelt“, sagt René Hörtnagl mit einem Lächeln auf den Lippen. Der Nachwuchs-Quarterback hat jeden Grund für diese Gefühlsregung. In zwei Wochen wird der 17-Jährige für die Football-Weltauswahl in Dallas (31. Jänner, Abflug 24. Jänner) auf dem grünen Rasen stehen. Zusammen mit Raiders-Nachwuchsleiter Florian Grein, der in Texas dem Trainerteam der Weltauswahl angehört.
Für Grein schließt sich bei dem Kurz-Turnier gegen die Teams der USA und Kanada der Kreis. „Vor 12 Jahren habe ich für Europa gespielt, jetzt wird meine Aufgabe darin bestehen, in einer Woche 100 Spieler in die richtige Richtung zu bewegen.“ Ein Auftrag, für die Trainerteams sonst ein halbes Jahr Zeit haben.
Jammern will die Tiroler Football-Legende deshalb nicht. Ganz im Gegenteil. Grein fühlt sich geehrt und weiß, was die Bühne USA für Hörtnagl darstellt: „Es werden sich etliche Scouts von den Schulen ein Stelldichein geben. Für René die beste Möglichkeit, sich zu präsentieren, Erfahrungen zu sammeln und Kontakte zu knüpfen.“
Und darauf freut sich das Raiders-Urgestein, das sich einst heimlich zu den Trainings schleichen musste. Hörtnagl: „Meine Mama wollte nicht, dass ich Football spiele.“ Irgendwann konnte der heute 1,95 Meter große Schüler es nicht mehr verheimlichen. „Heute ist meine Mutter der größte Football-Fan.“
Dass der erfolgreiche Lauf des Innsbruckers nicht unterbrochen wird, das hängt nur noch von den Schulleistungen (Grein: „Die müssen passen“) ab. Da fuchst den Handelsschüler derzeit besonders das Fach Buchhaltung. „Ich weiß nicht, wie viel Geld wir schon für Nachhilfe ausgegeben haben“, antwortet er etwas verlegen.
Wer weiß, vielleicht sorgt ja der USA-Trip für den entscheidenden Motivationsschub, um Kräfte für die nötigen Überstunden in Buchhaltung freizusetzen. Grein meint augenzwinkernd: „So ein Erlebnis kann einiges bewegen.“ Worte, die Raiders-Headcoach Shuan Fatah gerne hört. Schließlich hat der Berliner das Juwel schon auf dem Zettel stehen.