Kalkkögel-Initiative sieht Volksbefragung skeptisch
Kurz bevor das Prüfergebnis zu einer Bahn über die Kalkkögel vorliegt, macht sich eine Bürgerinitiative für den Erhalt des Ruhegebiets stark.
Von Anita Heubacher
Innsbruck –Der Hektik der Innsbrucker Innenstadt entfliehen und die Ruhe in den Bergen genießen. Im Film ist die Stille vor den Kalkkögeln dem Hauptdarsteller und seinen Mitflüchtenden nur kurz gegönnt. Dann stört der Lärm der Gondel die Idylle. Der Film soll dazu beitragen, dass es nicht dazu und zum „Brückenschlag“ kommt. Die Projektwerber verstehen darunter eine Bahn über das Ruhegebiet Kalkkögel, die die beiden Skigebiete Axamer Lizum und Schlick 2000 im Stubaital verbindet. Das Herzstück des Projekts soll 28 Millionen Euro kosten. Kommen die Muttereralm und die Verbindung Neustift und Schlick dazu, würde das zusätzliche 36 Millionen Euro kosten.
Den Film und einen Folder hat die Initiative Pro Kalkkögel produzieren lassen. Die rund 20 bis 25 Mitglieder der Initiative kommen aus dem Mittelgebirge und dem Stubaital. Auf dem Podium bei der Pressekonferenz am Freitag in Innsbruck fand sich auch Transitforum-Obmann Fritz Gurgiser. Für den Bergliebhaber ist klar, „dass das Naturjuwel Kalkkögel erhalten bleiben muss“. Das Projekt sei weder innovativ noch rechtlich oder wirtschaftlich umsetzbar, erklärten Gabi Kapferer-Pittracher, grüne Gemeindevorständin in Axams, Ralf Wiestner, roter Gemeinderat in Grinzens und der Axamer Thomas Suitner. Man wolle keinen Massentourismus, fügte Katina Perle hinzu. Sie vertrete ob ihres Alters die Jungen im „bunten Haufen“ der Initiative.
Was für die Kalkkögel-Fans schon klar ist, lässt der Landtag derzeit prüfen. Nämlich ob das Projekt „Brückenschlag“ der Alpenkonvention widerspricht, ob es wirtschaftlich umsetzbar ist und die EU-Wettbewerbsrichtlinien einhält. Laut den Projektwerbern liegen die Beteiligungen der öffentlichen Institutionen bei 20 Prozent. Das wäre EU-rechtlich gedeckt.
„Den Prüfantrag des Landtages hätte es nicht gebraucht“, meint die Initiative. Auch eine einst von Landeshauptmann Günther Platter angedachte Volksbefragung sehe man „skeptisch“. Die Projektwerber hätten genug finanzielle Mittel, um die Meinung der Bürger zu beeinflussen, meint Kapferer-Pittracher. Einen Meinungsschwenk in den eigenen Gemeinderäten könne man nicht herbeiführen, weil man dort nicht mehrheitsfähig sei. In Grinzens sei es dasselbe, räumte Wiestner ein. In den betroffenen Mittelgebirgs- und Stubaier Gemeinden liegen Grundsatzbeschlüsse für den Zusammenschluss der beiden Skigebiete vor. Jener in Axams stammt aus dem Jahr 2009. Der Landtag will im März, wenn das Prüfergebnis vorliegt, über das Projekt entscheiden.
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