Saalbach macht St. Anton im Rennen um die Ski-WM Konkurrenz

Saalbach, WM-Schauplatz 1991, strebt mit einer alten Zusage neuerlich eine WM-Kandidatur an. Die hätte es, so Gegner St. Anton, nie gegeben.

Ein Bild aus dem Jahr 1991: Der damals 21-jährige Stephan Eberharter kürte sich in Saalbach zum Doppelweltmeister in Super-G und Kombination. 2021 will das Glemmtal erneut eine WM ausrichten.
© Gepa

Von Florian Madl

Innsbruck – Als Schladming 2008 den Zuschlag für die WM 2013 erhielt, positionierte sich auch der Salzburger Skiverband: Man wolle als nächstes Bundesland eine Alpin-WM beherbergen.

In der darauffolgenden Diskussion unter den Landesverbandspräsidenten soll das wohlwollend zur Kenntnis genommen worden sein, ein Protokoll davon indes fehlt. Nun beruft sich jedoch der Salzburger Präsident Bartl Gensbichler auf diese Zusage: „Die soll es gegeben haben, auch wenn ich nicht dabei war. Und weil das so war – warum setzt man das nicht um?“ Konkret wollen die Pinzgauer 2021 oder 2023 als Österreich-WM-Kandidat auftreten.

Peter Schröcksnadel, Präsident des Österreichischen Skiverbands, weiß nichts von einem Beschluss aus dem Jahr 2008. „Wir haben damals darüber geredet, aber bindend war das nicht.“ Von der einstigen Gesprächsrunde sei lediglich noch ein Funktionär im Amt, meint der Unternehmer. Der 73-Jährige selbst hält sich aus der Diskussion um den WM-Kandidaten heraus, als nationales Verbands­oberhaupt dürfe er „nicht mitmischen“. Und da auch St. Anton/Arlberg die Rolle des österreichischen WM-Kandidaten für sich beansprucht, könnte man ihm als Tiroler Parteilichkeit anlasten.

Der ÖSV-Boss legte sich nun für die anstehende Abstimmung bei der Landespräsidentenkonferenz in Innsbruck (16. Apil) auf eine Präsentation der beiden Kandidaten fest, der bessere sollte in die internationale Entscheidung gehen. Dabei soll auch die Leistungen der Bewerber bewertet werden: „Wer richtet Rennen aus, wer engagiert sich im Nachwuchs – das spielt eine Rolle.“

Nicht zuletzt wird die finanzielle Zusage von Bedeutung sein. Sowohl Tirols Landeshauptmann Günther Platter als auch Salzburgs Landeshauptmann Wilfried Haslauer äußerten sich diesbezüglich positiv. Saalbachs Organisationschef Bartl Gensbichler sprach wie der Arlberger Touristiker Peter Mall von überschaubaren Investitionen. Der Salzburger Ex-Rennläufer geht vage von „20 bis 30 Millionen Euro“ aus, auch die Arlberger WM-Kosten sollten sich in dieser Dimension bewegen.

Ganz kann sich der Saalbacher Bartl Gensbichler seinen Ärger über die Tiroler Konkurrenz nicht verkneifen. „Man muss sich überlegen, ob Ski-Großveranstaltungen nur mehr in zwei Bundesländern stattfinden dürfen.“ Mit Schlad­ming (alpin/2013), Kreischberg (Freestyle/2015) und Bad Mitterndorf (Skiflug/2016) hätten die Steirer drei Zuschläge erhalten. Und mit Hochfilzen (Biathlon/2017) und Seefeld (2019/nordisch) wären kommende Ereignisse in Tirol beheimatet. Gensbichler: „Wir Saalbacher hatten die WM 1991, St. Anton hatte diese 2001. Eigentlich müssten wieder wir an der Reihe sein.“


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