Holocaust-Gedenktag: EU-Kommissar warnt vor Geschichtsfälschung

Prag (APA) - EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans hat anlässlich des Auschwitz-Gedenktags am Dienstag vor Versuchen gewarnt, geschic...

Prag (APA) - EU-Kommissionsvizepräsident Frans Timmermans hat anlässlich des Auschwitz-Gedenktags am Dienstag vor Versuchen gewarnt, geschichtliche Tatsachen aus politischen Motiven zu verzerren. Die Kritik des niederländischen Ex-Premiers richtete sich gegen eine Aussage des polnischen Außenminister Grzegorz Schetyna, wonach Auschwitz nicht von russischen, sondern von ukrainischen Soldaten befreit worden sei.

Timmermans sagte bei einer Gedenkveranstaltung in Prag zum 70. Jahrestag der Befreiung der Gefangenen des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee in einem Medieninterview, es wäre „schrecklich“, eine Debatte darüber zu eröffnen, welcher exakten heutigen Nationalität die Befreier angehört hätten. Es sei eine historische Tatsache, dass es sich um Sowjet-Soldaten gehandelt habe.

Jener Einheit, die das Lager befreite sei wegen ihres Standortes „Erste Ukrainische Front“ benannt gewesen, und nicht wegen ihrer ethnischen Zusammensetzung. Man müsse die Geschichte belassen wie sie sei und die aktuelle politische Lage in der Ukraine getrennt betrachten, plädierte Zimmermans. Historische Genauigkeit sei besonders angesichts des erneut zunehmenden Anti-Semitismus in Europa „unerlässlich“.


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