Täglich knapp 60.000 Hundekot-Sackerl in Wiens Mistkübeln

Wien (APA) - Einen „Paradigmenwechsel“ ortete Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Dienstag: Denn inzwischen landen täglich 59.700 Sackerln m...

Wien (APA) - Einen „Paradigmenwechsel“ ortete Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) am Dienstag: Denn inzwischen landen täglich 59.700 Sackerln mit Hundekot in Wiens Mistkübeln. 2010 waren es noch 47.200 - das führt Sima nicht nur auf breite Informationskampagnen und ein ausreichendes Sackerl-Angebot, sondern auch auf die Arbeit der Wiener „Waste Watcher“, die kontrollieren und strafen, zurück.

Diese Zahlen stammen aus einer von der Magistratsabteilung 48 beauftragten Mistkübel-Analyse. Warum den Hinterlassenschaften der rund 61.000 in Wien gemeldeten Hunde in dieser Art nachgegangen wird? „Das war ein Problem, das Wien jahrzehntelang beschäftigt und die Wiener früher auch am meisten gestört hat“, sagte Sima im Rahmen des Mediengesprächs des Bürgermeisters. Insgesamt wurden 257 Stichproben aus Parkanlagen, Hundezonen aber auch regulären Mistkübeln genommen.

Seit sieben Jahren patrouillieren die Waste Watcher - teils in zivil - auf Wiens Straßen und kontrollieren nicht nur Hund und Herrl, sondern schreiten auch beim Wegwerfen von Zigarettenstummeln oder beim Abstellen von Sperrmüll ein. Seit 2008 haben sie knapp 41.000 Amtshandlungen gesetzt - also über 10.000 Ermahnungen ausgesprochen, über 22.000 Organstrafen verhängt und mehr als 7.500 Verstöße zur Anzeige gebracht.

Als problematisch erwiesen sich im Jahr 2014 vor allem die Zigarettenreste, gefolgt von Hundekot. Verstöße können dabei auch durchaus teuer werden: Weigern sich Umweltsünder, die Organstrafen zu bezahlen und zeigen sich uneinsichtig, können bei Anzeige Strafen von mehreren hundert Euro verhängt werden. Manchmal betätigen sich die Waste Watcher sogar detektivisch: So konnten beispielsweise mehrere nicht ordnungsgemäß entsorgte Restmüllsäcke durch ihren Inhalt auf den Besitzer zurückgeführt werden - dieser sah sich dann mit einer Strafe von 220 Euro konfrontiert.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Auch heuer will Sima wieder mit einer Kampagne für anhaltende Reinlichkeit in der Bundeshauptstadt sorgen. „Mit der Sauberkeit ist es wie mit der Kindererziehung, man muss immer dranbleiben“, erklärte sie. Wer sich über Verunreinigungen in der eigenen Nachbarschaft ärgert, kann übrigens die Nummer des Misttelefons (01/546-48) wählen - ein Trupp der Waste Watcher stattet dann der entsprechenden Straße einen Besuch ab.


Kommentieren