Schicksal, Herz und Schmerz

Innsbruck – Das 4. Meisterkonzert stand ganz im Zeichen des 150. Geburtstags der Komponisten Jean Sibelius und Carl Nielsen. Mit P. I. Tscha...

Innsbruck –Das 4. Meister­konzert stand ganz im Zeichen des 150. Geburtstags der Komponisten Jean Sibeliu­s und Carl Nielsen. Mit P. I. Tschaikowskis 4. Symphonie in f-Moll wurde zudem die Macht des Schicksals zu einem prickelnden Erlebnis.

Drei Sätze von Sibeliu­s’ Suite zum „Pelléas und Mélisand­e“ präsentierten die Wiener Symphoniker unter der Leitung von Jukka-Pekka Saraste als berührend introvertierten Stimmungsbilder mit tief empfundener Liebe zum Detail, den Blick ganz auf die dunklen Farben des Werkes gerichtet.

In Carl Nielsens 1926 geschriebenem Konzert für Flöt­e und Orchester CNW 42 darf und muss der Solist so ziemlich alles tun, was das anspruchsvollste Flötenrepertoire zu bieten hat. Nur eines darf er nicht, das Werk mit schlankem Ton, akademisch präzise, klinisch sauber präsentieren. Da gilt es aus dem Vollen zu schöpfen, in jeder Sekunde Präsenz zu demonstrieren. Die Amerikanerin Marina Piccinini hat das Zeug dazu und nützt die breite Palette der Ausdrucksmittel. Abseits eines alles glättenden Schönklangs sind auch die charakteristischen Nebenstimmen in wunderbarster Konversation zu erleben. So richtig Herz-Schmerz, mit samtig einschmeichelndem Ton, das darf Piccinini mit der Zugabe, dem dritten Satz der Belsazar-Suite, ausleben.

Dann: Tschaikowskis Viert­e. Saraste forciert, führt direkt hinein in eine getriebene Seel­e, changierend: himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Was für eine Wucht, was für eine Leidenschaft, was für eine Tiefe! Esprit und musikalische Intensität im Höchstmaß. (hau)

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