Kaufleute wollen im Verein gemeinsam neu durchstarten

Rund 20 Geschäftsinhaber planen Montag einen Verein zu gründen, um zusammen mit der Stadt Schwaz die Altstadt neu zu beleben.

© Dähling

Von Angela Dähling

Schwaz –Man kann resignieren. Man kann viel schönreden. Man kann aber auch den negativen Fakten ins Auge sehen und versuchen, sie zu ändern. Hansjörg Mauracher vom Bauernladen im Schwazer Rathaus hat sich für Letzteres entschieden. Die Besucherfrequenz in der Schwazer Altstadt sei weiter gesunken und ebenso das Niveau des Geschäftemixes in der Schwazer Altstadt, bedauert er. „Aber alles zu Tode jammern, nutzt nichts. Wir können gemeinsam was ändern“, ist der Unternehmer, der seit drei Jahren sein Geschäft in Schwaz betreibt, überzeugt.

Damit steht er nicht allein da. „Zurzeit sind die Kaufleute hier Einzelkämpfer. Aber zusammen können wir was erreichen“, meint auch Boutique-Inhaberin Bozana Roljic. Wenn die Altstadt wieder belebt sei, werde sich auch der Geschäftemix verbessern. Mit rund 20 Kaufleuten der Altstadt wollen sie am kommenden Montag um 19 Uhr im Rathaus einen Kaufleute-Verein gründen. Volle Unterstützung erhält das engagierte Team, das laut erstem Wahlvorschlag von Mauracher als Obmann angeführt werden soll, von der Stadtgemeinde, dem Stadtmarketing, aber auch vom Tourismusverband. Gemeinsame Veranstaltungen und Marketingaktivitäten werden im neuen Verein ebenso Thema sein wie einheitliche Öffnungszeiten, die Ausweitung des Weihnachtsmarktes auf die Franz-Josef-Straße sowie die dortige Fußgängerzone, die derzeit keine wirkliche ist.

Die Themen sind nicht neu und daran, die Kaufleute unter einen Hut zu bringen, sind vor Mauracher schon diverse Schwazer Kaufleute gescheitert. „Klar gibt es Querschießer und viele haben längst das Handtuch geschmissen“, weiß Mauracher. Entmutigen lassen wollen er und seine Mitstreiter sich dadurch nicht.

„Ich bin selbst von Geschäft zu Geschäft gelaufen, damit viele mitmachen“, sagt der Schwazer Wirtschaftsreferent LA Martin Wex. Noch immer sind etliche Geschäftsflächen leer. „Leider verlangen manche Hauseigentümer sogar Geld, wenn man anbietet, die Auslagen ihrer leerstehenden Geschäfte zu dekorieren“, schildert er. In ein ehemaliges Drogeriegeschäft zieht ein Immobilienmakler ein, daneben sollen im April die Casinos Austria Eröffnung feiern. Nicht unbedingt Branchen, die dem Wunsch zur Belebung der Altstadt entsprechen. Daher erhalten sie auch keine Mietförderung seitens der Stadt.

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„Von den geförderten Unternehmen sind aber über 90 % noch immer in der Innenstadt tätig“, betont Stadtmarketingleiter Manfred Berkmann. Laut ihm sei es mit den Frequenzzahlen in der Altstadt 2014 „durch Maßnahmen der Stadt“ aufwärtsgegangen.


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