UNIFIL - UN-Mission im Libanon mit österreichischer Beteiligung

Wien (APA) - Für den Libanon hat der UN-Sicherheitsrat im Jahr 1978 eine eigene Beobachtermission ins Leben gerufen. Die „United Nations Int...

Wien (APA) - Für den Libanon hat der UN-Sicherheitsrat im Jahr 1978 eine eigene Beobachtermission ins Leben gerufen. Die „United Nations Interim Forces in Lebanon“, kurz UNIFIL, hatten ursprünglich drei Hauptaufgaben, heißt es auf der offiziellen UN-Website. Dazu zählte die Bestätigung des Abzugs der israelischen Truppen aus dem Süden des Zedernstaats.

Weiters sollte UNIFIL die Regierung in Beirut dabei unterstützen Souveränität und Autorität in der südlichen Region wiederzuerlangen. Die dritte Hauptmission bestand auch darin, bei der Wiederherstellung von Frieden und Sicherheit in jenem Landesteil mitzuwirken.

Seither wurde das Mandat der UNIFIL bereits zweimal verlängert: aufgrund der Entwicklungen im Jahr 1982 sowie im Jahr 2000. Die Bandbreite an Aufgaben für die UNIFIL wurde den jeweiligen Entwicklungen und der Art des Konfliktes in der Region angepasst.

Anlass für die Gründung der UNIFIL 1978 waren die blutigen Auseinandersetzungen zwischen der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) und der israelischen Armee in den 1970er-Jahren. Die Kämpfe führten letztendlich zu einer Besetzung des Südlibanons durch Israel. Beirut distanzierte sich von den Aktionen der PLO von libanesischem Staatsgebiet aus und rief den UN-Sicherheitsrat um Hilfe an. In Folge wurden die UN-Resolutionen 425 und 426 verabschiedet, in denen Israels sofortiger Abzug aus dem Zedernstaat gefordert wurde und die Gründung der Beobachtermission UNIFIL beschlossen wurde.

Ab 1982 waren die realen Aufgaben von UNIFIL aufgrund der prekären Lage für einige Jahre auf Schutz und humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung limitiert: Nach erneuten Gefechten auf beiden Seiten der libanesisch-israelischen Grenze, marschierte Israel wieder in den Zedernstaat ein und besetzte für drei Jahre weite Teile im Süden des Landes.

Die Vereinten Nationen hielten durchwegs an ihrer Forderung nach einem Ende der israelischen Besetzung fest. Im Jahr 2000 war es dann soweit: Israel zog seine Truppen aus dem Libanon zurück. UNIFIL beobachtete den Rückzug, überwachte die Sicherheitslage in Zusammenarbeit mit den libanesischen Sicherheitskräften und leistete humanitäre Hilfe für die Zivilbevölkerung.

Seither gibt es zwar Phasen, in denen Ruhe in der Region einkehrte. Von Stabilität kann man im Südlibanon aber keinesfalls sprechen: Immer wieder kam es zu Scharmützeln und blutigen Gefechten zwischen den israelischen Sicherheitskräften und der schiitischen Hisbollah-Miliz. 2006 kam der österreichische Major Hans-Peter Lang beim israelischen Beschuss des UNO-Beobachtungspostens Khiam im Südlibanon ums Leben. Infolge der Eskalation des Konflikts erweiterte der Sicherheitsrat das UNIFIL-Mandat: Die UNIFIL-Truppenstärke wurde von 2.000 auf 15.000 Mann angehoben, erstmals wurden Marine-Einheiten eingesetzt.

Aktuell überwachen rund 10.000 UN-Blauhelme aus über 38 Staaten die Einhaltung der „Blauen Linie“, der von den UN gezogenen Grenze zwischen den beiden Konfliktparteien. Seit 2011 beteiligt sich auch Österreich mit einer Logistikeinheit an der Friedensmission (Multi Role Logistic Unit/MRLU. Aktuell sind 172 österreichische Soldaten und Soldatinnen im Camp Naqoura im Südwesten des Libanon stationiert. Auf der Website des Bundesheeres heißt es, sie unterstützten mit „mehr als hundert Fahrzeugen“ die anderen UN-Blauhelme dabei, „durch ihre Präsenz die Lage“ zu beruhigen und „die Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten“. UNIFIL-Soldaten führten zudem Patrouillen durch, betrieben Checkpoints und arbeiteten eng mit den libanesischen Sicherheitskräften zusammen.

Wie gefährlich der Dienst bei der UNIFIL weiterhin ist, zeigte sich am Mittwoch: Im Zuge der wieder aufgeflammten Kämpfe zwischen der Hisbollah und Israel kam ein spanischer Blauhelmsoldat ums Leben.

~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA498 2015-01-28/16:44


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