UNO-Generalsekretär Ban mahnte zu Zurückhaltung in Nahost

Drei Menschen starben an einer der ältesten Frontlinien der Welt zwischen Israel und dem Libanon. Einer von ihnen war ein Spanier, der unter der Fahne der UN Frieden bringen sollte. Die Lage in der Grenzregion hat sich indes beruhigt.

Gefechte an der libanesischen Grenze.
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New York/Madrid/Tel Aviv – Nach den tödlichen Zwischenfällen an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon hat UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon alle Seiten zu größter Zurückhaltung aufgerufen. „Alle Parteien sollten von jeder Handlung Abstand nehmen, die die Stabilität in der Region untergraben könnte“, sagte Ban am Mittwoch (Ortszeit) in New York. Jeder solle verantwortungsvoll handeln und jede Eskalation in der ohnehin gespannten Situation vermeiden. Er sei tief besorgt über die Verletzungen der Waffenstillstandsabkommen, sagte Ban.

Vorerst scheint sich die Lage jedoch beruhigt zu haben. Der israelische Rundfunk berichtete am Donnerstag, die israelische Führung tendiere dazu, vorerst keine weiteren Angriffe zu unternehmen. Israelische Medien berichteten, die vom Iran unterstützte, libanesische Hisbollah-Miliz habe Israel über einen Kommandanten der UNO-Friedenstruppe mitteilen lassen, dass sie kein Interesse an einer weiteren Eskalation habe.

Bei dem Angriff der libanesischen Hisbollah-Miliz waren am Mittwoch zwei israelische Soldaten getötet worden. Vermutlich bei einem israelischen Artillerie-Gegenschlag kam wenig später ein spanischer UNO-Soldat ums Leben. Der Gefreite gehörte zur „United Nations Interim Force in Lebanon“ (UNIFIL), die trotz ihres Namens seit 37 Jahren an der Grenze steht. Auch 172 Soldaten des Bundesheeres verstärken die internationale UNIFIL-Truppe. Der israelische Rundfunk sprach nach den Vorfällen von den schlimmsten Gefechten seit knapp zehn Jahren.

Dringlichkeitstreffen des Sicherheitsrates

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen kritisierte den Tod des Blauhelm-Soldaten, eine Schuldzuweisung vermied er aber. Der Rat verurteile den Angriff auf das Schärfste, sagte Chiles UNO-Botschafter Cristian Barros Melet, der in diesem Monat Präsident des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen ist, nach einer Dringlichkeitssitzung in New York. Einen Verantwortlichen nannte er nicht. Spaniens UNO-Botschafter Roman Oyarzun Marchesi sagte, der Beschuss sei „von der Seite Israels“ gekommen. Das Dringlichkeitstreffen hatte Frankreich einberufen.

Die USA betonten nach dem Hisbollah-Angriff „Israels legitimes Recht auf Selbstverteidigung“. Zugleich verurteilte das Außenministerium in Washington den Beschuss, bei dem zwei israelische Soldaten starben. Sprecherin Jen Psaki rief alle Konfliktparteien zur Besonnenheit auf.

Die israelischen Streitkräfte sind nach einem Luftangriff auf der syrischen Seite der nördlichen Golanhöhen in erhöhter Alarmbereitschaft. Bei dem Angriff, der Israel zugeschrieben wird, waren am 18. Jänner ein iranischer General und mindestens sechs Hisbollah-Kämpfer getötet worden. Der Iran drohte Israel mit „verheerenden Blitzschlägen“. Auch die Hisbollah kündigte anschließend Vergeltung an. (APA/dpa/AFP)


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