Bauten aus Holz, bei denen alles stimmt

125 Projekte gingen ins Rennen um den Tiroler Holzbaupreis 2015: Die Jury vergab vier Auszeichnungen und neun Anerkennungen.

© Mojo Reitter

Von Edith Schlocker

Innsbruck –„Der Holzbaupreis Tirol ist primär kein Architekturpreis“, sagt Richard Woschitz, einer der vier Juroren des gestern Abend in der Innsbrucker Messe verliehenen – alle vier Jahre von proHolz ausgelobten – Preises. An dem sich heuer mit 125 Projekten mehr denn je in den Kategorien Wohnbau, Öffentliche Bauten, Gewerbliche Bauten, Mischbau/Hybridbau, Revitalisierung/Sanierung, Export und Sonstiges beworben haben. Sämtliche Projekte – außer den drei im Ausland realisierten – haben die Juroren vor Ort besichtigt, um letztlich vier Auszeichnungen und sieben Anerkennungen zu vergeben.

Wobei bei den Auszeichnungen alles stimmen muss: die Architektur genauso wie ihr bautechnisch, ökologisch und energetisch innovativer Ansatz, ihre materialgerechte Konstruktion sowie die handwerkliche Umsetzung.

Für die „zeitgemäße Interpretation alpiner Architektur ohne Klischees und Versatzstücke“ erhielt das von der Arge Reitter-Strolz geplante Grandonna Mountain Resort in Kals am Großglockner (Statik Zanon Planung, Ausführung Schafferer Holzbau) eine Auszeichnung genauso wie die aus gebogenem Brettsperrholz von Holzbau Unterrainer in Ainet gebaute und geplante Halle (Statik fs1 Fiedler Stöffler). Eine 1200 Quadratmeter große, in nur acht Tagen montierte Halle, die laut Jury „neue Maßstäbe im Hallenbau“ setzt.

Für den bewussten Umgang mit dem Werkstoff Holz wurde das Haus Glatzl/Krismer in Natters (Architektur teamk2, Ausführung Schafferer Holzbau, Innenausbau raumgold, Pertl) ausgezeichnet. Ein bis ins Detail mit viel Sorgfalt geplantes und ausgeführtes Haus, das mehr Energie erzeugt, als es benötigt.

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In der Kategorie Revitalisierung/Sanierung kann sich seit gestern das Felixe Minas Haus in Tannheim mit einer Holzbaupreis-Auszeichnung schmücken. Die Gemeinde Tannheim beauftrage den Innsbrucker Architekten Richard Freisinger mit der Planung zur Sanierung bzw. Erweiterung des auf das Jahr 1698 zurückgehenden Einhofs, der eines der letzten Denkmäler bäuerlicher Kultur im Tannheimer Tal ist. Während der Wohn- und Wirtschaftstrakt nach denkmalschützerischen Kriterien innen und außen generalsaniert wurde, spricht der Neubau mit seiner mechanisch versenkbaren Glasfront ganz die Sprache von heute (Statik Reinhard Donabauer, Ausführung Holzbau Zobl, Innenausbau Alois Kuen).

Anerkennungen gingen an die WE-Wohnanlage Flaurling, das Haus Klein in Mieders, den Hallenneubau Ceratizit in Reutte, das Feuerwehr/Vereinshaus im Gnadenwald, das Haus der Kinder in Rum, das Naturparkhaus Klimmbrücke in Elmen und der Gewerbepark Ywood Aix Ensoleillée in Aix-en-Provence.

Sämtliche Einreichungen sind während der bis Sonntag laufenden Tiroler Hausbau & Energie Messe ausgestellt.


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