Ukraine-Krise: Gorbatschow warnt vor bewaffneten Auseinandersetzungen

Moskau (APA/AFP) - Angesichts der Ukraine-Krise hat der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow den Westen vor bewaffneten Ausein...

Moskau (APA/AFP) - Angesichts der Ukraine-Krise hat der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow den Westen vor bewaffneten Auseinandersetzungen mit Russland gewarnt. Die USA hätten Russland bereits „in einen neuen Kalten Krieg gezogen“, sagte der 83-Jährige am Donnerstag der Nachrichtenagentur Interfax.

„Wohin wird uns das alles führen?“, fragte Gorbatschow. „Leider kann ich nicht sicher sagen, dass ein Kalter Krieg nicht zu einem ‚heißen‘ führen wird, ich fürchte, sie könnten dies riskieren“, ergänzte er offenbar mit Blick auf Washington.

Der letzte Staatschef der Sowjetunion hatte während seiner Amtszeit zur Entspannung zwischen Moskau und dem Westen beigetragen. In Russland wird er dafür kritisiert, den Zusammenbruch der Sowjetunion in Kauf genommen zu haben. Nun kritisierte er die im Ukraine-Konflikt gegen Russland verhängten westlichen Sanktionen. „Alles dreht sich nur um Sanktionen Amerikas und der Europäischen Union gegen Russland, haben sie völlig den Kopf verloren?“, fragte er.

Wegen des Ukraine-Konflikts hatte der Westen im März vergangenen Jahres erste Strafmaßnahmen gegen Moskau verhängt und diese seither mehrfach verschärft. Vorausgegangen war unter anderem die Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim durch Russland.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Zudem wirft der Westen Moskau vor, die prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine mit Waffen und Kämpfern zu unterstützen, was der Kreml zurückweist. Am Donnerstag beraten die EU-Außenminister in Brüssel über eine neue Ausweitung der Sanktionen.

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA276 2015-01-29/12:03


Kommentieren