Deutschland: AfD-Vize Gauland distanzierte sich von Pegida

Berlin (APA/AFP) - Der Vizevorsitzende der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), Alexander Gauland, hat sich von der islamkritischen B...

Berlin (APA/AFP) - Der Vizevorsitzende der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), Alexander Gauland, hat sich von der islamkritischen Bewegung Pegida distanziert. Nach dem Rücktritt von Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel sei für ihn „das Thema Pegida erledigt“, sagte Gauland der Zeitung „Die Welt“ vom Freitag.

Bis vor kurzem hatte er Pegida noch als „natürlichen Verbündeten der AfD“ bezeichnet. Die nun verbliebenen Führungsmitglieder um Pegida-Gründer Lutz Bachmann kritisierte Gauland scharf. Die Gruppe, die weiterhin an Bachmann festhalte, begehe „Verrat an 20.000 Demonstranten“.

Die islamkritische Bewegung steht nach dem Rücktritt der halben Pegida-Spitze vor dem endgültigen Bruch. Die abtrünnigen Pegida-Organisatoren um Ex-Sprecherin Oertel wollen ein eigenes Bündnis gründen. Oertel, Bernd-Volker Lincke und drei weitere Organisatoren hatten am Dienstag ihre Ämter niedergelegt, vor allem aus Ärger über die Rolle des Pegida-Gründers Bachmann, der ungeachtet seines offiziellen Rückzugs vergangene Woche weiter im Organisationsteam verbleiben wollte.

Bachmann hatte wegen eines Fotos, das ihn in Hitler-Pose zeigt, sowie wegen ausländerfeindlicher Äußerungen im Internet seine Funktionen niedergelegt. Als weiteren Grund nannten Oertel und ihr Umfeld Differenzen über den Umgang mit dem deutlich radikaleren Leipziger Ableger Legida. Die AfD kommt am Freitag zu einem Parteitag in Bremen zusammen.


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