Mehr Geld für Unterbringung von Flüchtlingen gefordert

Dem Planungsverband Schwaz-Jenbach sind 19 Euro pro Person und Tag zu wenig. Nach Weerberg kommen nun doch 29 Asylwerber.

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Von Michael Mader

Schwaz –Die Erfüllung der Flüchtlingsaufnahmequote in Tirol hat auch von den einzelnen Gemeinden große Kraftanstrengungen erfordert. Der Obmann des Planungsverbands Schwaz-Jenbach und Umgebung, der Schwazer Bürgermeister Hans Lintner, streicht das gemeinsame Bemühen auf der Suche nach freien Quartieren für Flüchtlinge hervor. So habe Schwaz, wie berichtet, kurzfristig die Jugendherberge für drei Monate zur Verfügung gestellt.

„Wir bieten hier eine Vollversorgung und auch eine Betreuungsstruktur an. Auch das Paulinum ist eingebunden und wird sich ein bisschen um das soziale Umfeld kümmern“, berichtet Lintner. Er dankt in diesem Zusammenhang auch seinen Kollegen in der Region, die ebenfalls Plätz­e zur Verfügung stellen. Kritik kam von ihm aber an den 19 Euro pro Tag und Person, die das Land für die Unterbringung zahlt: „Das ist ein sehr knappes Angebot und mit ein Grund, warum es so schwer ist, entsprechend­e Plätze zu finden“, sprach er auch für seine Kollegen im Planungsverband. Es sei aber eine Frage der Solidarität gewesen, trotzdem Plätze zu finde­n.

So stellt der Jenbacher Bürgermeister Dietmar Wallner einen Teil der Sporthalle der Neuen Mittelschule für drei Wochen zur Verfügung: „Länger ist das Feldbetten­lager nicht menschenwürdig.“ Auch der Schulbetrieb würde auf längere Zeit gestört. Die kleine Gemeinde Stans stellt kurzfristig eine Wohnung für fünf bis sechs Leute zur Verfügung. „Aber nur bis zum Spätherbst“, stellt Bürgermeister Michael Huber klar. Man habe nämlich den geplanten Einzug eines Mieters etwas verschieben können. Wichtig sei jetzt, dass die Politik den Gemeinden die Ängste vor der Zukunft nimmt und langfristig­e Strukturen schafft.

Dabei setzt der Planungsverband auf kleine Einheiten. „Wir haben bereits 37 Flüchtlinge in der Gemeinde, davon 24 Jugendliche im Kloster. Das klappt hervorragend, alle sind bestens integriert“, erklärt der Vomper Vizebürgermeister Klaus Mair. Eine Unterbringung in der ehemaligen Kaserne sei deshalb ein „No-Go“ und führe laut Lintner nur zu einer Ghettoisierung.

Laut Armin Höfer von der Bezirkshauptmannschaft Schwaz wurden auch im Zillertal neun Plätze gefunden. In Eben 20 Plätze und mit der Landeslehranstalt in Rotholz war man am Donnerstag in Verhandlung.

Neu verhandelt wurde offenbar auch in Weerberg: Nach langem Hin und Her hatt­e ja der Besitzer des Gasthofs Sunnbichl sein Angebot an das Land aus wirtschaftlichen Gründen zurückgezogen, weil ihm 30 Flüchtlinge für ein halbes Jahr zu kurz war. „Ich habe Donnerstagabend vom Büro der Landesrätin Baur die Information bekommen, dass jetzt doch 29 Flüchtlinge kommen“, sagt Bürgermeister Ferdinand Angerer.


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