Vorarlberger Industrie befürchtet härteren internationalen Wettbewerb

Bregenz (APA) - Die Vorarlberger Industrie erfreut sich einer stabilen Geschäftslage, befürchtet aber härteren internationalen Wettbewerb. D...

Bregenz (APA) - Die Vorarlberger Industrie erfreut sich einer stabilen Geschäftslage, befürchtet aber härteren internationalen Wettbewerb. Das geht aus der aktuellen Konjunkturumfrage hervor, die am Freitag präsentiert wurde. Christoph Hinteregger, Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Vorarlberg, forderte „spürbare Entlastungen für Mitarbeiter und Unternehmen“ sowie „überfällige Strukturreformen“.

Die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage fiel in der Umfrage in 42 Unternehmen mit rund 19.400 Beschäftigten schlechter aus als im Vorquartal. Rund 32 Prozent der befragten Firmen meldeten im vierten Quartal einen guten Geschäftsgang, während die ökonomische Situation von etwa 11 Prozent als schlecht beurteilt wurde. Der entsprechende Saldowert von plus 21 Prozentpunkten lag um 26 Prozentpunkte niedriger als im dritten Quartal. Seitens der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung Vorarlberg sprach man von einem „verhalten positiven Niveau“.

Offenbar mit Sorge blicken die Unternehmen aber der Entwicklung der Verkaufspreise entgegen. 42 Prozent glauben an eine Verschlechterung, der Saldowert fiel von minus 10 auf minus 39. „Die Herausforderungen unserer Industrieunternehmen auf den internationalen Märkten werden immer größer“, sagte Hinteregger. Vorarlberg sei keine Insel der Seligen, „als starkes Exportland spüren wir die Auswirkungen auf den internationalen Krisenherden massiv“, so der Spartenobmann.

Deutliche Verbesserungen gab es hingegen bei den Saldowerten zu den Auftragsbeständen (plus 32 gegenüber plus 23) und Auslandsaufträgen (plus 38 gegenüber plus 22), zur derzeitigen Ertragssituation (plus 38 gegenüber plus 27) und zur Produktionskapazität in drei Monaten (plus 27 gegenüber plus 16) sowie zur Geschäftslage in sechs Monaten (plus 25 gegenüber minus 9). Auch der Geschäftsklimaindex - der Mittelwert aus der aktuellen Geschäftslage und der Einschätzung der Geschäftslage in sechs Monaten - der sich auf einer Skala von minus 100 bis plus 100 bewegt, stieg von 19 Punkten im dritten Quartal auf 23,30 Punkte im vierten Quartal an.

Hinteregger forderte, die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts wieder zu steigern und von weiteren Belastungen für die Betriebe abzusehen. „Wir sprechen uns daher mit Nachdruck gegen ein aktuell diskutiertes Quotensystem für Betriebe hinsichtlich der Beschäftigung älterer Mitarbeiter aus“, betonte er. Statt Strafen brauche es Anreize, verwies Hinteregger auf ein Modell der Wirtschaftskammer. Demnach könnte ein Arbeitnehmer, der im Pensionsalter weiterarbeite, 25 Prozent seines Pensionsanspruchs zusätzlich zum Lohn ausbezahlt bekommen. Auch der Arbeitgeber soll 25 Prozent des Pensionsanspruchs erhalten, während die restlichen 50 Prozent im Pensionstopf verbleiben und das System entlasten würden. Außerdem verlangte Hinteregger einen sparsameren und effizienteren Staat.


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