Kriegsverbrechen - Justiz prüft Vorwürfe an Serbiens Generalstabschef

Belgrad (APA) - Die serbische Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen nimmt Vorwürfe unter die Lupe, die am Donnerstag eine Belgrader NGO ge...

Belgrad (APA) - Die serbische Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen nimmt Vorwürfe unter die Lupe, die am Donnerstag eine Belgrader NGO gegen Generalstabschef Ljubisa Dikovic wegen der Ermordung von Albanern im Kosovo-Krieg erhoben hat. Vom Fonds für humanitäres Recht (FHP) wurden am Freitag alle diesbezüglich vorhandenen Unterlagen beantragt.

Nach FHP-Angaben soll Dikovic den Armeeverband befehligt haben, der im April und Mai 1999 im Kosovo in vier Dörfern massenhaft Albaner ermordete bzw. sie von dort vertrieb. Leichen des Massakers wurden im Vorjahr in einem Massengrab in der serbischen Ortschaft Rudnica an der Grenze zum Kosovo entdeckt.

2012 hatte die Staatsanwaltschaft für Kriegsverbrechen im Jahr 2009 gegen Dikovic erhobene Kriegsverbrechervorwürfe zurückgewiesen. Diese betrafen das Massaker im westkosovarischen Dorf Izbica im Frühjahr 1999. Damals wurden mindestens 119 kosovo-albanische Zivilisten ermordet. Nach Meinung des FHP wude das Massaker von Truppen unter Kontrolle von Dikovic verübt.

Der serbische Regierungschef Aleksandar Vucic, Staatspräsident Tomislav Nikolic und Verteidigungsminister Bratislav Gasic nahmen Dikovic unterdessen in Schutz. Es handle sich um eine „Kampagne gegen die Streitkräfte“, sagte Vucic. Ähnlich äußerte sich Nikolic nach einem Treffen mit Dikovic am heutigen Freitag.

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