Serbien will Stahlwerk Smederevo länger subventionieren

Belgrad/EU-weit (APA) - Die Bemühungen der serbischen Regierung, das staatliche Stahlwerk in Smederevo an die US-Firma Esmark zu verkaufen, ...

Belgrad/EU-weit (APA) - Die Bemühungen der serbischen Regierung, das staatliche Stahlwerk in Smederevo an die US-Firma Esmark zu verkaufen, laufen nicht nach Plan. Belgrad habe daher in Brüssel um die Genehmigung angesucht, das Stahlwerk noch länger zu subventionieren, berichtet die Tageszeitung „Politika“ am Freitag.

Dem Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) mit der Europäischen Union entsprechend darf Serbien das Stahlwerk nur bis Ende Jänner 2015 finanzieren. In Belgrad geht man aber davon aus, dass sich die Verkaufsverhandlungen mit Esmark, dem einzigen potenziellen Käufer für das serbische Unternehmen, länger als erwartet hinziehen und noch zehn bis 15 Tage dauern werden. Sollten die Verhandlungen scheitern, droht dem Stahlwerk dem Zeitungsbericht zufolge der Konkurs.

Bei den Verhandlungen spießt es sich derzeit an der Forderung der Regierung nach einer langfristigen Bestandsgarantie der Amerikaner für den Produktionsstandort Smederevo. Das Unternehmen verfügt derzeit über Rohstoff-Reserven im Wert von 95 Mio. Dollar (83,96 Mio. Euro), die für eine sechsmonatige Produktion ausreichen.

Der Chef der Esmark Steel Group, James Bouchard, wird am Montag in Belgrad erwartet. Er hat laut früheren Medienberichten angekündigt, in den kommenden Jahren rund 400 Mio. Dollar in das serbische Stahlwerk zu investieren, davon 28 Mio. Dollar noch heuer. Ein Stellenabbau sei nicht vorgesehen. Der Privatisierungsausschreibung zufolge muss sich der künftige neue Eigentümer verpflichten, bis Ende 2016 den derzeit stillgelegten zweiten Hochofen wieder in Betrieb zu nehmen. Ein Minderheitsanteil von 19,9 Prozent soll im Staatsbesitz bleiben.

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Das Stahlwerk in Smederevo war 2003 um 23 Mio. Dollar (damals 21,1 Mio. Euro) an US Steel verkauft worden. Anfang 2012 kaufte die Regierung das Unternehmen um einen Dollar zurück. Seitdem wird ein neuer Käufer gesucht. Das Stahlwerk mit etwa 5.000 Beschäftigten wird aus dem Regierungsbudget laut jüngsten Angaben derzeit mit etwa 10 bis 15 Mio. Euro monatlich unterstützt, um die Produktion einigermaßen aufrechtzuerhalten. Die Gesamtschulden des Unternehmens belaufen sich auf etwa 525 Mio. Euro, der derzeitige Firmenwert wurde mit rund 340 Mio. Euro beziffert.


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