Griechenland - Deutscher Finanzminister lehnt Schuldenschnitt ab

Athen/Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Griechenland vor einer weiteren Diskussion über einen Schulde...

Athen/Berlin (APA/Reuters) - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Griechenland vor einer weiteren Diskussion über einen Schuldenerlass gewarnt. „Wenn ich ein verantwortlicher griechischer Politiker wäre, würde ich keine Debatten über einen Schuldenschnitt führen,“ sagte Schäuble im Interview mit der Zeitung „Die Welt“ (Samstag-Ausgabe).

Wer die Finanzierung der griechischen Schulden kenne, wisse, dass es bis 2020 keine Probleme gebe. Daher sehe er keinen Anlass über einen Schuldenschnitt zu spekulieren. Auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich dagegen ausgesprochen. Die Banken hätten dem Land bereits Milliarden erlassen, sagte sie im Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“ (Wochenend-Ausgabe).

Schäuble widersprach der Kritik, Deutschland habe anderen Euro-Ländern einen zu harten Sparkurs aufgezwungen, verliere nun aber an Einfluss. Europa sei nie eine von einem Land dominierte Veranstaltung, sagte der CDU-Politiker. Für alle Entscheidungen müsse es eine Mehrheit geben, manche müssten sogar einstimmig getroffen werden. Deshalb seien die Regeln und der Stabilitätspakt alles andere als ein deutsches Diktat. Im Wahlkampf hatte der neue Ministerpräsident Griechenlands, Alexis Tsipras, Merkel und die von ihr vertretene Sparpolitik für die sozialen Probleme in seinem Land mitverantwortlich gemacht.

Am Freitag verschärfte sich der Streit zwischen der neuen griechischen Regierung und der Euro-Gruppe. Griechenlands Finanzminister Yanis (Giannis) Varoufakis kündigte die Zusammenarbeit mit der Troika aus EU-Kommission, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) auf. Auch das laufende Rettungsprogramm, aus dem noch Zahlungen ausstehen, will die griechische Regierung nicht verlängern.

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