Fußball: Kienast will bei Sturm Graz zu alter Stärke zurückfinden

Belek (APA) - Zurück in der alten Heimat. Roman Kienast will nach einer enttäuschenden Herbstsaison bei der Wiener Austria beim direkten Kon...

Belek (APA) - Zurück in der alten Heimat. Roman Kienast will nach einer enttäuschenden Herbstsaison bei der Wiener Austria beim direkten Konkurrenten Sturm Graz zu alter Stärke zurückfinden. Die Aufgabe beim Tabellenfünften der Fußball-Bundesliga ist für ihn aber eine schwierige, gilt es doch den zu Salzburg abgewanderten Toptorschützen Marco Djuricin zu ersetzen.

„Natürlich ist es immer so, dass wenn ein Topstürmer geht, der viel getroffen hat, die Erwartungshaltung hoch ist, aber ich sage, man soll sich selber nicht Druck aufbauen“, sagte Kienast im Trainingslager in Belek. Wichtig sei einfach, befreit und mit Spaß Fußball zu spielen. „Es kann so schnell gehen. Wenn du in den ersten Partien ein Tor erzielst, solltest du Selbstvertrauen bekommen und dann rennt es vielleicht. So war es damals bei mir bei Sturm auch“, erinnerte sich Kienast.

Für die Grazer erzielte er in den Jahren 2010 und 2011 in 81 Pflichtspielen 36 Tore und leistete zudem zwölf Assists, war damit nicht unwesentlich beteiligt am Cupsieg (2010) und Meistertitel (2011). „Ich bin sofort wieder reingekommen, es war so, als wäre ich nie weggewesen“, sagte Kienast.

Dass mit Franco Foda der Trainer von damals auch jetzt wieder im Amt ist, kommt ihm natürlich entgegen. „Wir hatten damals eine super erfolgreiche Zeit, aber es sind jetzt wieder drei Jahre vergangen und einen Freibrief gibt es nirgends. Es ist ein Neustart für mich, ich muss mir wieder alles hart erarbeiten“, ist sich der Stürmer bewusst.

Ob der ehemalige Norwegen- und Schweden-Legionär schon zum Frühjahrsauftakt zur Startformation der Grazer zählt, ist noch ungewiss. Kienast ist erst seit fast zwei Wochen im Kreis der Mannschaft und hat wegen seiner fehlenden Spielpraxis im letzten halben Jahr (vier Ligaeinsätze) Aufholbedarf. „Das hängt einem schon ein bisschen nach, ich brauche sicher noch etwas Zeit“, gab der 30-Jährige zu.

Bezüglich seiner am Ende nicht erfolgreichen Austria-Zeit gab er sich auch selbstkritisch. „Vielleicht hätte ich mir damals nach meiner Operation (Meniskus-Arthroskopie im April 2014) einfach mehr Zeit nehmen, alles besser verheilen lassen sollen. Und bei den Einsätzen, die ich bekommen habe, hätte ich auch besser spielen können“, sagte Kienast.

Zusätzlich dürfte die Chemie zwischen ihm und Austria-Trainer Gerald Baumgartner nicht wirklich gestimmt haben. „Darüber will ich kein Wort mehr verlieren, für mich ist das Thema abgehakt“, erklärte Kienast.

Die volle Konzentration gilt seiner neuen Aufgabe. Durch die jüngsten Erfahrungen heißt das Primärziel so viel Spielpraxis wie möglich zu bekommen. „Ich will gar nicht weit vorausdenken, nur schauen was am nächsten Tag ist, mich auf die Trainings vorbereiten und voll fokussiert sein auf die Spiele, die ich bekomme“, sagte Kienast.

Mit dem ebenfalls im Winter geholten Bright Edomwonyi sowie Josip Tadic hat Kienast zwei unmittelbare Konkurrenten auf seiner Position. „Die Karten sind gemischt, jetzt heißt es einfach Gas geben und volle Kraft voraus“, stellt sich der Routinier dem harten Konkurrenzkampf. Seine Chancen wird er auf jeden Fall bekommen. „Roman passt sportlich und menschlich zu unserer Mannschaft. Wenn er topfit ist, wird er uns absolut nach vorne bringen“, setzt Foda große Hoffnungen in den 1,90-Meter-Mann.

Herausschauen soll für die Grazer am Saisonende zumindest ein Europacupplatz. „Jeder will Zweiter werden, da zählt jeder Punkt“, weiß Kienast. Nur zwei Zähler fehlen aktuell auf den WAC. „Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft Qualität und viel Potenzial hat und wir in der Liga jeden schlagen können“, blickte der Sturm-Rückkehrer optimistisch in die Zukunft. Die erste Möglichkeit das zu beweisen gibt es am 14. Februar im Auswärtsspiel in Grödig.


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