Die Tausenden Geiseln des Islamischen Staates

Kairo/Bagdad (APA/dpa) - Die Ermordung zweier japanischer Geiseln markiert die jüngste Schreckenstat der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS...

Kairo/Bagdad (APA/dpa) - Die Ermordung zweier japanischer Geiseln markiert die jüngste Schreckenstat der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS). Nach gescheiterten Lösegeldforderungen wurde erst Haruna Yukawa, dann Kenji Goto von den Jihadisten ermordet. Die beiden reihen sich in ein Geiselgeschäft der Miliz ein, dem nach Medienberichten in den vergangenen Jahren wohl Tausende zum Opfer fielen.

Nach Angaben der US-Zeitung „New York Times“ entführte der IS seit Ende 2012 mindestens 23 Europäer und US-Amerikaner. Während die meisten Europäer freigekauft wurden, zeigte der IS den Tod von drei US-Bürgern und zwei Briten seit August in mehreren Enthauptungsvideos. Am Leben sind laut „New York Times“ nur noch eine US-amerikanische Entwicklungshelferin und der britische Journalist John Cantlie, der seit September IS-Propagandavideos drehen muss.

In die Tausende gehen jedoch Entführungen von Syrern und Irakern. Während manche verschleppt werden, um von den Familien Lösegelder zu erpressen, verschwinden andere, um jede Art von staatlichem Fundament im Hoheitsgebiet des IS zu erschüttern. Medien berichten von Hunderten Ärzten, Polizisten, Anwälten und Journalisten, die in den vergangenen Jahren im Irak und in Syrien verschwanden. Auch knapp 40 indischstämmige Gastarbeiter gelten seit mehr als sieben Monaten als verschollen.

Die jüngste Geisel ist der am Heiligen Abend gefangen genommene Jordanier Muas al-Kasasba. Er ist der erste Pilot der Anti-IS-Allianz, der in die Hände der Jihadisten fiel.

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