„Dorfstraße wird weiter belastet“

Im Kampf gegen den Verkehrslärm hat ein Milser Anrainer auch in Hall Messungen durchgeführt. Die Ergebnisse seien „sehr ähnlich“.

Die aktuelle Lärmbelastung in Hall und Mils sei nicht nur störend, sondern bereits gesundheitsschädigend, meint Rainer Cernin.
© Domanig

Von Michael Domanig

Hall, Mils –Um auf den Verkehrslärm in der Milser Dorfstraße hinzuweisen, hat Anrainer Rainer Cernin auf eigene Faust Lärmmessungen durchgeführt – auch in Hall: Im Jänner erhob er die Lärmbelastung im Kreuzungsbereich bei der Einmündung Richtung Autobahn, an verschiedenen Stellen und zu verschiedenen Zeiten, mit einem „geeichten und kalibrierten Messgerät“, wie er betont. Grob gemessen, sei der von ihm ermittelt­e Lärmpegel unter Tag „sehr ähnlich“ wie jener in der nördlichen Dorfstraße. Konkret hätten seine Messungen zwischen 66 und 69 Dezibel ergeben (dem Gehör angepasste, energieäquivalente Werte, gemittelt über eine Stunde).

„Bei 60 dB beginnt die – in Österreich derzeit nicht einklagbare – Schutzgrenze, die von der EU empfohlen wird“, erklärt Cernin. Die von der Europäischen Umweltagentur und der WHO geforderte Schutzgrenze liege bei 50 dB. In Hall und Mils sei der derzeitige Lärm also „nicht nur störend, sondern bereits gesundheitsschädigend“. Doch während man in Hall Handlungsbedarf sehe, werde die Milser Dorfstraße „immer weiter belastet“: Neben der geplanten Verkehrsspange Hall-Ost werde auch das neue Milser Dorfzentrum zusätzlichen Verkehr für die Dorfstraß­e und die anderen Nord-Süd-Verbindungen bringen.

Laut dem Milser Bürgermeister Peter Hanser soll das Thema Lärmbelastung im Verkehrsausschuss am 10. Februar behandelt werden, auch Anrainervertreter seien geladen. Ein Experte werde über Möglichkeiten des mechanischen Lärmschutzes informieren. Auch Tempo 40 in der Dorfstraße werde „bis dahin amtlich sein“. Zugleich soll die Auswertung von Tempo­messungen in der Schneeburg-, Brunnholz- und Dorfstraße präsentiert werden. Je nach Ergebnis sollen dort Radarboxen aufgestellt werden.

Was die möglichen Auswirkungen der Spange Hall-Ost betrifft, sind für Hanser noch zwei Punkte zu klären – der befürchtete Umwegverkehr aus Gnadenwald und die stärkere Belastung der Dorfstraße durch Milser Pkw-Lenker, die bis jetzt über den Haller Stadtteil Schönegg fahren. Beide Fragen würden derzeit vom Büro für Verkehrs- und Raumplanung Schlosser untersucht, bis Ende März sollen die Ergebnisse vorliegen.

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