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Wenn drüber reden Gold ist

Präventionsmaßnahmen an Schulen verringern laut einer neuen Studie die Suizidgefahr.

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V.l.: Thomas Perkmann, Lehrer am PORG Volders, Gabriele Kühbacher, Ärztliche Direktorin des LKH Hall und Psychiater Christian Haring.
© TILAK/Bergmann

Hall – Selbstmord ist in Österreich nach Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache bei Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren. Wer Hilfe braucht, soll diese nicht nur bekommen und wissen, wo er sie findet. Er soll sich vor allem helfen lassen können, ohne Angst haben zu müssen, stigmatisiert zu werden. Kurz gesagt: Das Hilfesuchverhalten muss gesteigert werden.

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Zu diesem Schluss kommen Christian Haring von der Psychiatrie und Psychotherapie am Landeskrankenhaus (LKH) Hall und Lehrer Thomas Perkmann, Leiter des Mediatorenteams am Privaten Oberstufenrealgymnasium Volders. Gemeinsam mit Gabriele Kühbacher, Ärztliche Direktorin des LKH Hall, präsentierten sie gestern die Ergebnisse einer europaweiten Studie, an der sich zehn Länder, darunter auch Österreich, beteiligt haben.

Die Daten aus Österreich kommen von 1000 Schülerinnen und Schülern an 16 Tiroler Schulen. Im Rahmen der so genannten SEYLE-Studie („Saving and Empowering Young Lives in Europe“) wurden die Jugendlichen in vier Gruppen eingeteilt, in denen die unterschiedlichen Varianten von Präventionsmaßnahmen angewandt und getestet wurden. Die Studien­ergebnisse zeigen laut Haring, dass sich die Zahl der Suizidversuche und die Häufigkeit von Suizidgedanken bei Jugendlichen, die an Präventionsprogrammen teilnehmen, signifikant verringern würden.

Lehrer seien nicht nur als Vermittler von Wissen tätig, betont Thomas Perkmann. „Wir begleiten auch junge Menschen in einer nicht immer einfachen Zeit ihrer Entwicklung.“ Angesichts der ernüchternden Zahlen könne man es sich nicht leisten wegzusehen, so Perkmann, der eine Anlaufstelle für Eltern, Jugendliche und Lehrer fordert.

„In Tirol sind rund 1500 Jugendliche selbstmordgefährdet, in Österreich etwa 18.000“, erklärt Christian Haring, der die Notwendigkeit und Wirksamkeit eines Präventionsprogramms durch die jüngste Studie untermauert sieht. Er rechnet für Tirol mit jährlich 900.000 Euro, die der Aufbau eines solchen Programms kosten würde. Ziel müsse es sein, sämtliche Schulen in Tirol mit dem neuen Präventionsangebot zu erreichen. (np)


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