Entgeltliche Einschaltung

„Arbeitslosigkeit wird weiter steigen“

Mehr als 27.400 Menschen in Tirol haben keine Arbeit, das AMS rechnet heuer angesichts der Wirtschaftsflaute mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit. Der AUA-Effekt drückt heuer das Tiroler Jobwachstum.

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Die AMS-Experten rechnen heuer mit durchschnittlich fast 25.000 Arbeitslosen in Tirol.
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Innsbruck –Die Arbeitslosigkeit in Tirol dürfte heuer weiter steigen. „Wir rechnen aus heutiger Sicht mit einem weiteren Anstieg, wenngleich nicht mehr so stark wie 2014“, sagt Tirols AMS-Chef Anton Kern. Konkret ist laut Kern heuer im Jahresschnitt mit einer Zunahme der Arbeitslosenzahlen um 1600 Personen oder 6,9 % auf durchschnittlich 24.800 Arbeitslose zu rechnen. Die Arbeitslosenquote dürfte somit heuer im Schnitt auf 7,3 % (von 6,9 % im Jahr 2014) steigen, rechnet das AMS vor. Die Gründe für den Zuwachs bleiben die gleichen wie bisher. „Das prognostizierte Wirtschaftswachstum von nur einem Prozent in Tirol ist einfach zu wenig, um die Arbeitslosigkeit zu senken“, wiederholt Kern.

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Gleichzeitig dürfte die Statistik heuer zwar ein Beschäftigungsplus ausweisen, allerdings nicht in einem Ausmaß, um die Arbeitslosigkeit zu senken. Ein Grund dafür ist auch der sogenannte AUA-Effekt, der heuer schlagend wird. Im Frühjahr 2012 hatte die AUA im Zuge des Streits um den Kollektivvertrag rund 3000 Beschäftigte – Piloten, Co-Piloten und Bordpersonal – in die Tyrolean übergeleitet und in Innsbruck angemeldet, wodurch am Papier die Tiroler Beschäftigungszahl stieg. Nun kehrt das AUA-Personal wieder nach Wien bzw. Niederösterreich zurück und damit fallen heuer auch die Jobs aus der Tiroler Statistik wieder raus. Das Beschäftigungswachstum in Tirol wird heuer deshalb auf dem Papier laut AMS nur 0,4 % oder rund 1250 Jobs betragen. Lässt man den AUA-Effekt weg – also das statistische Hin- und Herschieben von 3000 Jobs –, würde heuer die Beschäftigung in Tirol laut Kern um 1,2 % oder 3800 Jobs zulegen.

Österreichweit ist derzeit die neue Rekordzahl von 472.539 Personen auf Arbeitssuche. In Tirol suchten mit Stichtag Ende Jänner knapp 27.400 Menschen einen Job, wie aus der jüngsten Arbeitslosenstatistik hervorgeht. Das ist ein Zuwachs um 5,3 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark ist die Arbeitslosigkeit bei Leiharbeitern (+18,9 %) gestiegen. Sie sind in Wirtschaftsflauten die Ersten, von denen sich Unternehmen trennen – das verdeutlicht auch der markante Anstieg bei den Hilfsberufen (+10,3 %). Auch in Tourismus (+9 %) und Handel (+8,9 %) ist die Arbeitslosigkeit massiv gestiegen. Nach Bezirken stieg die Zahl der Arbeitslosen in Schwaz am stärksten, nämlich um 9,5 %. Dahinter folgt Innsbruck mit einem Plus von 6,5 %.

Nach wie vor akut bleibt die Bildungsproblematik. 40,5 % aller Arbeitslosen in Tirol haben nur eine Pflichtschulausbildung, 44,9 % haben einen Lehrabschluss. (mas)

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