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50 Filme, 14 Kinder und ein Herz für Afrika - Mia Farrow wird 70

New York (APA) - Eine Krankheit hat das Leben von Mia Farrow geprägt. Sie war erst neun, als Polio sie ein knappes Jahr lang an die Eiserne ...

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New York (APA) - Eine Krankheit hat das Leben von Mia Farrow geprägt. Sie war erst neun, als Polio sie ein knappes Jahr lang an die Eiserne Lunge fesselte. Das Mitgefühl für Menschen in Not und die Sorge um das Wohl von Kindern ließen sie nicht mehr los. Neben ihrer erfolgreichen Film- und Broadway-Karriere zog Farrow 14 Kinder groß, vier leibliche und zehn adoptierte. Am Montag (9. Februar) wird sie 70 Jahre alt.

In ihrer Autobiografie „Dauer hat, was vergeht“ hatte die streng katholisch erzogene Schauspielerin geschrieben, dass sie einst von einem Leben als Nonne geträumt hatte. Stattdessen heiratete sie mit Anfang 20 ihr Idol „Blue Eyes“, den drei Jahrzehnte älteren Frank Sinatra. Die Ehe hielt rund zwei Jahre. Bald darauf gab sie dem Komponisten und Dirigenten André Previn das Ja-Wort und brachte Zwillinge zur Welt. Außer einem weiteren leiblichen Kind hatte das Paar drei Adoptivtöchter aus Korea und Vietnam.

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Mit ihrer Rolle in dem düsteren Dramathriller „Rosemaries Baby“ wurde Farrow 1968 weltberühmt. Gleichzeitig verhalf sie dem polnischen Regisseur Roman Polanski zu einem seiner größten Erfolge. Sowohl in Hollywood als auch am Broadway war die zarte Schauspielerin für ihre kraftvolle Darstellung begehrt. So sorgte sie auch an der Seite von Robert Redford dafür, dass „Der große Gatsby“ ein Kassenschlager wurde. In Robert Altmans zynischem Ehefilm „Eine Hochzeit“ spielte sie eine Nymphomanin.

Das war auch das Rollenfach, in dem Woody Allen sie 1982 im ersten gemeinsamen Film „Eine Sommernachts-Sexkomödie“ einsetzte. Die Beiden waren da schon privat ein Paar. Ihre Beziehung wurde in US-Medien über Jahre zur Legende hochstilisiert: Teure Apartments auf den gegenüberliegenden Seiten des New Yorker Central Park, der bis dahin kinderlose Woody als „Vater“ ihrer Großfamilie, zwei mit ihm adoptierte Kinder und schließlich der leibliche Sohn Satchel.

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Farrow spielte bis 1992 in fast allen Woody-Allen-Filmen die weibliche Hauptrolle, darunter in „Zelig“, „Hannah und ihre Schwestern“ und „New York Stories“. Dann kam sie einer Affäre zwischen Allen und ihrer damals 19-jährigen Adoptivtochter Soon-Yi auf die Spur. Sie ging vor Gericht und gewann das alleinige Sorgerecht für die drei Kinder, die sie mit dem Meisterregisseur teilte. 1997 heiratete Allen die fast 40 Jahre jüngere Soon-Yi und adoptierte mit ihr zwei Töchter.

Farrows bittere Enttäuschung und die heftigen Attacken gegen Allen drohen bis heute das Ansehen der beiden Filmgrößen zu überschatten. Farrow beschuldigt den langjährigen Ex-Partner unter anderem des Kindesmissbrauchs. Er habe ihre Tochter Dylan im Alter von sieben Jahren sexuell belästigt. Ein Vorwurf, den Allen weit von sich weist.

Nach dem Gerichtsstreit mit Woody setzte Mia ihre Filmkarriere fort, aber nur noch auf Sparflamme. Sie war in David Frankels „Miami Rhapsody“ zu sehen und etwas später in „Private Parts“. 2008 kam sie in „Abgedreht“ auf die Leinwand.

Mehr noch als in Hollywood engagiert sich Farrow seit Jahren für die Menschen in Afrikas Krisenregionen. Ganz besonders liegt ihr das Schicksal der Vertriebenen im sudanesischen Darfur am Herzen. Aber auch auf die Not im Tschad, in Uganda und zuletzt in der Zentralafrikanischen Republik macht sie immer wieder vor Ort und am UN-Hauptsitz in New York aufmerksam.

Einen Hungerstreik, von dem sie sich mehr Unterstützung für die notleidenden Menschen erhoffte, nahm Farrow 2009 auf sich. Auf Anraten ihrer Ärzte brach sie ihn nach zwölf Tagen ab. Schon im Jahr zuvor hatte das „Time“-Magazin ihren Einsatz gewürdigt und Farrow zu „einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt“ ernannt.


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