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Globale Verschuldung seit 2007 um 57 Billionen Dollar gestiegen

Laut einer Studie beträgt die globale Verschuldung aktuell fast 200 Billionen Dollar. In Österreich ist die öfentliche Verschuldung in Relation zum BIP seit 2007 um 23 Prozentpunkte gestiegen.

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Symbolbild.
© TT / Thomas Boehm

Wien – Seit dem Beginn der Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2007 sind weltweit die Schulden der Staaten, Unternehmen, Banken und Haushalte kräftig gestiegen. Die globale Verschuldung legte um 57 Billionen auf 199 Billionen US-Dollar (173,86 Billionen Euro) zu, geht aus einer Studie des McKinsey Global Institute hervor. Der Anteil der Schulden am globalen BIP erhöhte sich von 269 auf 286 Prozent.

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Der weltweite Schuldenstand der öffentlichen Hand (Bund, Länder etc.) erhöhte sich zwischen dem vierten Quartal 2007 und dem zweiten Quartal 2014 um 25 Billionen auf 58 Billionen US-Dollar. Der Schuldenstand der Unternehmen lag bei 56 Billionen US-Dollar (+ 18 Billionen), des Finanzsektors bei 45 Billionen US-Dollar (+8 Billionen) und der privaten Haushalte bei 40 Billionen US-Dollar (+7 Billionen).

Japan hat die höchste Schuldenquote

Die höchste Schuldenquote der Realwirtschaft – öffentliche Hand, Unternehmen und Haushalte – (Schulden/BIP) hat Japan mit 400 Prozent, gefolgt von Irland mit 390 Prozent und Singapur mit 382 Prozent. Österreich liegt mit einer Schuldenquote von 225 Prozent auf Rang 19. Dies setzt sich folgend zusammen: 87 Prozent entfallen auf die öffentliche Hand in Österreich, 88 Prozent auf Unternehmen und 50 Prozent auf Privathaushalte. Die Verschuldung des österreichischen Finanzsektors beläuft sich auf 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Verschuldung der öffentlichen Hand in Österreich hat sich seit 2007 um 23 Prozentpunkte auf 87 Prozent erhöht, während die Verschuldung des heimischen Finanzsektors sich um 21 Prozentpunkte auf 80 Prozent verringert hat. Dies ist teilweise mit der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria und der Kommunalkredit erklärbar.

„Nach der Finanzkrise von 2008 sowie der längsten und tiefsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg war erwartet worden, dass die Volkswirtschaften der Welt ihre Schulden abbauen würden. Es ist nicht passiert“, schreiben die Studienautoren. Die Reduzierung öffentlicher Schulden benötige eine größere Bandbreite von Lösungen, weil der Schuldenstand in vielen Staaten aufgrund der derzeitigen ökonomischen Fundamentaldaten noch weiter steigen werden. Für die meisten hoch verschuldeten Staaten könnte nur ein unwahrscheinlich hohes Wachstum des realen BIP oder eine starke Reduzierung des fiskalischen Defizits zu einem Schuldenabbau führen.

Experten geben Tipps

Die US-Unternehmensberater empfehlen über Möglichkeiten nachzudenken, die Staatseinnahmen zu erhöhen: Den Verkauf von öffentlichen Eigentum, Teil- oder Vollprivatisierung von Unternehmen, Verkauf von Immobilien und Grundstücken, einmalige Steuern, etwa auf Superreiche.

„Alle diese Aktionen benötigen einen erheblichen politischen Willen. Aber dies könnte attraktiver sein für die Reduzierung der öffentlichen Schulden als weitere Ausgabenkürzungen, die das BIP-Wachstum weiter reduzieren“, heißt es in der Studie. Schulden seien essenziell für die Förderung von Wirtschaftswachstum, aber wie Schulden geschaffen, verwendet, überwacht und abgeschrieben werden, müsste verbessert werden.

Speziell warnen die Studienautoren von McKinsey vor der rapide wachsenden Verschuldung in China. Angetrieben durch Immobilen und Schattenbanken hat sich die gesamte Verschuldung in China von 7 Billionen US-Dollar in 2007 auf 28 Billionen US-Dollar Mitte 2014 vervierfacht. Mehrere Aspekte sind für McKinsey speziell besorgniserregend: Die Hälfte der Kredite sind direkt oder indirekt gekoppelt an den chinesischen Immobilienmarkt. Unregulierte Schattenbanken sind für mehr als die Hälfte der Neukreditvergabe verantwortlich und die Verschuldung der Lokalregierungen sind unhaltbar. (APA)


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