Entgeltliche Einschaltung

Flüchtlingsunterbringung lässt Emotionen hochgehen

Bei der Infoveranstaltung rund um 16 Asylplätze in Terfens standen Vorurteile und Ängste dem Ruf nach mehr Menschlichkeit gegenüber.

  • Artikel
  • Diskussion
© Fankhauser Eva-Maria

Von Eva-Maria Fankhauser

Entgeltliche Einschaltung

Terfens –Teils harte Vorurteile gepaart mit Angst und Unwissen sowie ein privater Zufahrtsstreit trafen am Mittwochabend auf die Flüchtlingskoordinatoren Anna Kapferer, Markus Prauchart und Georg Mackner. Sie saßen bei der Informationsveranstaltung der Gemeinden Terfens und Gnadenwald am Podium, um Fragen rund um die Unterbringung von 16 Asylwerbern zu beantworten.

Die Flüchtlingskoordinatoren informierten die rund 120 Gemeindebürger über die geplante Flüchtlingsunterbringung im Hundeggerhof im Terfener Ortsteil Mairbach an der Gemeindegrenze zu Gnadenwald. Gemeinsam mit BM Hubert Hußl (Terfens) und BM Günter Strasser (Gnadenwald) wurde versucht, den Bürgern die Angst davor zu nehmen. Denn genau das war für viele ein wunder Punkt: Angst. Angst vor zunehmender Kriminalität und unzureichender Überwachung und dass es mehr werden als die geplanten 16 Personen. Aber es waren auch Bürger vertreten, die der Unterbringung positiv gegenüberstehen. „Man muss die Ängste ernst nehmen, aber ich plädiere für mehr Menschlichkeit. Da ich gut Arabisch spreche, biete ich gerne meine Hilfe an“, betonte ein Bürger. Ein anderer: „Wo kann ich mich melden, wenn ich helfen will?“

Wie viele Stunden täglich die 16 Asylwerber betreut werden, woher diese stammen, ob es nur Männer sind, wie der Tagesablauf aussieht und wie lange der Vertrag zur Unterbringung laufen soll, wollten die Gemeindebürger in Erfahrung bringen. Darauf konkrete Antworten zu geben, fiel den Flüchtlingskoordinatoren aber schwer. „Solange wir nicht wissen, wer die Personen sind oder welche Interessen und Fähigkeiten sie haben, können wir diese Fragen unmöglich beantworten. Sie werden von einem Heimleiter betreut, erhalten Deutschunterricht, es wird einen Sicherheitsdienst geben und sie werden auch gemeinnützige Tätigkeiten ausüben“, berichtet Prauchart.

Zahlreiche Anwesende empfanden die Informationen unzureichend und empörten sich über die Aussage, dass der Vertrag zwischen dem Land und dem Eigentümer die Öffentlichkeit nichts angehe. „Ich finde so eine Veranstaltung ohne konkrete Antworten einfach nur traurig“, beschwerte sich eine Anrainerin des Hundeggerhofes. „Ich finde es beschämend, dass wegen 16 Personen so eine Panik bei einer Diskussion entsteht“, entgegnete eine Terfenerin. Der fehlende Informationsfluss wurde an diesem Abend von zahlreichen Bürgern immer wieder bekrittelt. Aber auch ausfällige Kommentare, wie die Beschimpfung, wie man als Eigentümer den Mitmenschen so etwas antun könne und „wenn wir das früher gewusst hätten, wären wir auf die Barrikaden gegangen“ wurden laut.

Besonders aufgebracht über die Unterbringung der Asylwerber sind unmittelbare Nachbarn des Hundeggerhofes. Die Anrainerfamilie sorgt sich nicht nur um ihren Betrieb, der laut ihnen durch die Anwesenheit der Flüchtlinge gestört würde. Sie hat sich auch dagegen gesträubt, die Zufahrt, welche über eine gemeinsame Hofstelle verläuft, für die Asylanten freizugeben.

Der Besitzer des Hundeggerhofes erklärte, er habe auf eigene Kosten eine neue Zufahrt gebaut, um einem Rechtsstreit aus dem Weg zu gehen. „Ich habe das prüfen lassen und der Bau ist bewilligt“, bekräftigt Bürgermeister Hubert Hußl. Streitigkeiten zu diesem Thema kamen im Laufe des Abends öfters zur Sprache.

Somit bot sich Flüchtlingskoordinatorin Anna Kapferer an, die noch offenen, aber eben privaten Fragen in einer kleinen Runde zu klären und als Vermittlerin zu agieren.


Kommentieren


Schlagworte

Entgeltliche Einschaltung