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Festival der Regionen 2015 auf „kultureller Schichtarbeit“ in Ebensee

Ebensee/Linz (APA) - Das biennal stattfindende Festival der Regionen begibt sich von 19. bis 28. Juni auf „kulturelle Schichtarbeit“ in den ...

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Ebensee/Linz (APA) - Das biennal stattfindende Festival der Regionen begibt sich von 19. bis 28. Juni auf „kulturelle Schichtarbeit“ in den Arbeiterort Ebensee (Bezirk Gmunden). Dort sei „alles ein bisserl schräger als sonst im Lande“, erklärte Intendant Gottfried Hattinger in einem Pressegespräch am Donnerstag in Linz. Es gebe jedenfalls eine höhere Beteiligung aus der Region als in früheren Jahren.

Das Festival verstecke sich nicht im Kabäuschen, sondern suche die Kommunikation, die Konfrontation mit der Bevölkerung, streute Bürgermeister Markus Siller (SPÖ) der Veranstaltung Rosen. Hattinger wiederum charakterisierte die Ebenseer als unangepasst und widerborstig im positiven Sinn: „Das sind sehr grade Leut‘.“ Im 17. Jahrhundert als Arbeitersiedlung gegründet, sei die Population „eigenständig und hermetisch“ geblieben.

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Das „Hackeln“ zieht sich als roter Faden durch die 34 Projekte mit mehr als 100 Beteiligten: Es wird eine Früh-, eine Nachmittags- und eine vom Freien Radio Salzkammergut gestaltete Nachtschicht geben. Lucas Norer entwickelt eine eigene Festivalsirene, die von Tag zu Tag um einen Ton wächst, bis schlussendlich die „Internationale“ erklingt. „Hackle sauber“ heißt es, wenn Martin Hablesreiter, Tom Hanslmaier und Sonja Stummerer bereits vor dem Festivalstart Haushalte reinigen und als Lohn Putzmittel sammeln, die im Museum Ebensee ausgestellt werden. In „Fetzung“, angelehnt an die lokalen Faschingsumzüge, gestaltet Raja Schwahn-Reichmann gemeinsam mit Modeschülerinnen und -schülern bodenständige Kleidung mit Bezug zu Arbeit, die folgende Modenschau wird von Autor Bodo Hell moderiert.

Das Zeitgeschichte Museum Ebensee lädt dazu ein, die Industrie- und Arbeiterkultur des Ortes auf dem Fahrrad zu erkunden. Clemens Bauder, Felix Ganzer und Ella Raidel stellen einen schwimmenden Berg als Ausgangspunkt für Expeditionen und einen Film auf den Traunsee. Bartholomäus Kinner und Hans-Jürgen Poetz kreieren einen Leseraum auf dem See, in den die Heimwehr 1934 rund 800 Bücher versenkt hatte. Hans Kienesberger und Peter Putz lassen die Saline an ihrem alten Standort, der heute ein Einkaufszentrum beherbergt, als Visualisierung wiederauferstehen. In Erinnerung an NS-Zwangsarbeiter installiert Daphna Weinstein mit „Ahamm, a choir of breathing jars“ im Ebenseer Gedenkstollen tausend Gläser, aus denen Rascheln, Atmen, Seufzen, Murren und Weinen ertönt.

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„Dem Festivalgeschehen einmal richtig entschweben“ (Hattinger) kann man im „Hacklerbad“, für das Ivan Petkov und Simon Wilhelm das verlassene Schwimmbecken im Garten der ehemaligen Direktorenvilla des Salzproduzenten Solvay reaktivieren. Eröffnet wird das Festival, das über ein Budget von rund 760.000 Euro verfügt, am 19. Juni um 16.00 Uhr in der Salzlagerhalle der Salinen Austria, am 4. März findet um 19.00 Uhr im Arbeiterheim ein Informationsabend statt.

(S E R V I C E - Festival der Regionen „Schichtwechsel - Hackeln in Ebensee“ von 19. bis 28. Juni in Ebensee; nähere Informationen unter Tel. 07234/85285 und im Internet: http://fdr.at; mailto:office@fdr.at)


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