Winterdienst lässt sich nicht in den April schicken

Die Straßen- und Autobahnmeistereien Tirols ziehen eine erste Zwischenbilanz und zeigen sich für eine Rückkehr des Winters gerüstet.

Die "Eisheiligen" sorgen für eine kurze Rückkehr des Winters in höheren Lagen.
© Mair

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck –Strahlender Sonnenschein, Tauwetter und ein erstes zartes Blühen. Doch auch wenn der Frühling seine Vorhut nach Tirol geschickt hat, ist der Winter noch nicht vorüber. Bei den Straßen- und Autobahnmeistereien will man sich jedenfalls nicht täuschen lassen und nutzt die warmen Tage höchstens zum Durchschnaufen. Hier hat man die kalte Jahreszeit noch lange nicht abgehakt.

„Wir führen nach wie vor zweimal am Tag unsere Kontrollfahrten auf den Landesstraßen durch, auch wenn es nicht schneit“, erklärt Bernd Stigger, Leiter der Straßenerhaltung im Land. Seine Zwischenbilanz der laufenden Streu- und Schneeräumsaison fällt zwiespältig aus: Während sich der November und der Dezember bis zum 26. sehr verhalten präsentierten, hat der Winter mit seinem Einbruch Ende Dezember und im Jänner im Vergleich zu den Vorjahren wieder aufgeholt.

Über die bisher gestreute Salzmenge des Winters könne er noch keine Aussagen machen, so Stigger. Für das Jahr 2014 liegen die Zahlen aber vor: 19.000 Tonnen Salz landeten auf Tirols Landesstraßen – was der geringsten Menge des in den vergangenen zehn Jahren gestreuten Salzes entspricht. Zum Vergleich: 2005 benötigten die Landesstraßenmeistereien mit 40.000 Tonnen mehr als das Doppelte.

Wie sich der Winter weiter entwickeln werde, wagt Bernd Stigger nicht zu prognostizieren. Man sei aber für alles gerüstet – auch für eine späte Rückkehr des Winters. „Uns kann nichts überraschen, die Salzlager sind voll“, erklärt Stigger.

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Zurücklehnen ist auch beim Autobahnbetreiber Asfinag nicht angesagt. „Der heurige Winter wird nicht gerade ein günstiger werden“, meint Emil Hell vom Asfinag-Verkehrsmanagement. „Für uns ist es gut, wenn es einmal richtig schneit, wir die Autobahnen räumen und streuen können und das war es dann.“ Wenn es hingegen immer wieder ein bisschen schneit, müsse man trotzdem ausrücken – und das sei im heurigen Winter öfter der Fall gewesen. „Ich schätze, dass der Aufwand diesen Winter am Ende größer sein wird als letztes Jahr“, glaubt Hell. Der offizielle Winterdienst bei der Asfinag läuft von November bis Ende März. Für späte Wintereinbrüche sei man jedoch gerüstet: „Die Silos sind so gefüllt, dass es keine Engpässe gibt“, erklärt Hell.

Der Salzverbrauch bis Ende Jänner liegt bei rund 6900 Tonnen, was Kosten von rund 600.000 Euro entspricht. Die vier Autobahnmeistereien Tirols haben bisher zirka 12.700 Einsatzstunden geleistet und dabei rund 320.000 Räum- und Streukilometer zurückgelegt. Die bisherigen Kosten für den Winterdienst auf Tirols Autobahnen schätzt die Asfinag auf rund 2,3 Millionen Euro.


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