Oscars 2015

Wim Wenders und „Citizenfour“: Dokus mit Oscar-Chancen gefeiert

Wim Wenders (l.) und Juliano Ribeiro Salgado vor einem großen Oscar. Ihre Dokumentation "Das Salz der Erde" brachte dem deutschen Regisseur die dritte Oscar-Nominierung ein.
© A.M.P.A.S./Aaron Poole

Der rote Teppich ist ausgerollt, die Nominierten stimmen sich auf die Oscars ein. Auch Wim Wenders und das Berliner „Citizenfour“-Team stehen in Hollywood bereit.

Los Angeles – Countdown zu den Oscars: Vor dem Dolby Theatre, wo am Sonntag (22.2.) die Oscar-Gala steigt, ist der rote Teppich ausgerollt worden. Auch die Trophäen-Anwärter werden in Hollywood schon gefeiert. Beim traditionellen Empfang im Hauptquartier der Filmakademie am Mittwochabend (Ortszeit) war Wim Wenders (69) zum dritten Mal dabei. Der deutsche Regisseur ist mit „Das Salz der Erde“ über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado im Rennen. Zweimal war Wenders zuvor schon nominiert, für „Buena Vista Social Club“ und für „Pina“. Gewonnen hat er aber noch nie.

Beim dritten Mal sei man schon etwas „abgebrühter“, sagte Wenders der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben keine Chance, also nutzen wir sie“, witzelte der Regisseur. Er komme nicht mit so großen Erwartungen wie noch beim ersten Mal.

Oscar-Chancen hat auch die Doku „Citizenfour“ über den amerikanischen Whistleblower Edward Snowden, die der NDR und der BR mitproduzierten. Hinter dem Film von US-Regisseurin Laura Poitras stehen die Berliner Produzenten Mathilde Bonnefoy und Dirk Wilutzky. „Wir würden uns natürlich freuen, wenn wir gewinnen. Das macht so viel Sinn für den Film und die Sache“, sagte Wilutzky.

Das Team und der Standort Berlin seien für die Entstehung des Films „essenziell“ gewesen, erklärte Poitras. „Ich bin dort hingegangen, weil mir der Druck, den ich in den USA erlebte, Sorge machte.“ Nach der langen, versteckten Arbeit an „Citizenfour“ sei es nun „ein wenig surreal“, bei Preisverleihungen im Rampenlicht zu stehen, meinte die Regisseurin. (dpa)