Religion baut auf Würde auf

Innsbruck – Zekirija Sejdini, Professor für islamische Religionspädagogik an der Uni Innsbruck, über das neue Islamgesetz....

Innsbruck –Zekirija Sejdini, Professor für islamische Religionspädagogik an der Uni Innsbruck, über das neue Islamgesetz.

Was bringt ein Gesetz, das das Verhältnis zwischen dem Staat und einer Religionsgemeinschaft regelt?

Sejdini: Es sollte Klarheit über die Organisationsform einer Glaubensgemeinschaft bringen und Rechte und Pflichten definieren. Mit einem guten Gesetz werden Bedürfnisse der Glaubensgemeinschaft und der Gesellschaft abgedeckt. Was die Novelle des Islamgesetzes betrifft, müssen wir die Umsetzung abwarten.

Stört es Sie, wenn das Islamgesetz vielfach als Anti-Terrorismusgesetz bezeichnet wurde?

Sejdini: Man muss ausdrücklich festhalten, dass das Gesetz auf Wunsch der islamischen Glaubensgemeinschaft novelliert wurde. Dass die aktuellen Gegebenheiten mit einbezogen wurden, ist verständlich.

Wie beugt man radikalen Strömungen vor?

Sejdini: An erster Stelle mit Bildung. Dazu müssen vor allem wir als Religionspädagogen vermitteln, dass die Menschenwürde das unantastbare Fundament ist und die Religion darauf aufbauen muss.

Muss der Islam moderner werden?

Sejdini: Jede Religion muss immer wieder neu interpretiert werden, um ihren Bezug zur Gegenwart zu bewahren. Dazu gehört auch, dass man sich mit der Auslegung von Textstellen im Koran beschäftigt.

Das Interview führte Brigitte Warenski


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