Nissan Pulsar: Geräumiger Schmeichler

Erfolge spornen an. Nach drei Jahren Abwesenheit ist Nissan wieder in die Kompaktklasse vorgefahren. Und wie: Der neue Pulsar sprengt in Größe, Raum und Komfort den Rahmen seiner Klasse.

© Reinhard Fellner

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Als Nissan sich mit Einführung des ersten Qashqai quasi aus der Kompaktklasse zurückzog und dem Almera nur den eigentlich nicht für Europa konstruierten Tiida nachschob, hatte das mehr mit einzigartigem Gespür für den Markt als mit Unvermögen zu tun. Surfte der Qashqai doch von Anfang an auf der gerade aufkeimenden SUV-Welle und machte mangels Konkurrenz Stückzahlen ohne Ende.

SUV hin, SUV her – die Kompaktklasse ist natürlich auch noch 2015 das weitaus stückzahlenreichste Segment Europas. Und so formte Nissan den Qashqai der zweiten Generation quasi wieder auf Kompaktklasseformat zurück. Und siehe da:

Der Pulsar war geboren. Dass Nissan mit seiner neuen Kompaktklasse vielleicht auch noch die einstige Primera-Mittelklasse mitersetzen wollte, beweisen die Maße dieses Kompakten. Knapp 4,4 Meter Länge (13 Zentimeter mehr als VW Golf) treffen auf knapp 1,8 Meter Breite und über 1,5 Meter Höhe. Schon der Blick auf das gefällige Äußere (Empfehlung zur Farbe Weiß!) sagt: Dieses Auto hat Format.

Dies merkt man dank gute­r Raumausnutzung dann vor allem im Innenraum. Mit 2,70 Metern profitiert der Pulsar nämlich vom längsten Radstand seiner Klasse: Kein anderer Kompaktwagen bietet mehr Schulter- und Beinfreiheit. Selbst auf der Rückbank liegt die Kniefreiheit bei fast unglaublichen 692 Millimetern, womit der Pulsar geräumiger ist als viele Mittelklassemodelle. So wirkt das Auto innen ungemein luftig und mit seinen groß dimensionierten Sitzen auch überdurchschnittlich bequem. Eine relativ hohe Sitzposition sorgt zudem für gute Übersicht.

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Ansonsten eröffnet der Pulsar die Welt eines modernen Autos. Ordentliche Qualität vereint sich mit einem attraktiv gestalteten Armaturenbrett. Alles in diesem Auto scheint auf Leichtgängigkeit und mühelose Funktion getrimmt.

Auch beim Fahren tut sich Pulsar ganz uneitel als feiner Flanierer hervor, ohne auch nur einen Hauch sportlich sein zu wollen. Dafür verwöhnt das Fahrwerk mit ansprechendem Komfort und das Auto mit einem relativ geringen Innen­geräuschpegel.

Vielleicht besser noch als der Diesel passt zu diesem Wesen der 115-PS-Turbobenziner, der ansprechende Laufkultur mit Drehvermögen und guten Fahrleistungen kombiniert. Wer das Temperament nützt oder oft in der Innenstadt fährt, sollte jedoch Verbräuche zwischen sieben und acht Litern einkalkulieren. Im TT-Test waren es durchschnittlich 7,8 Liter Super. Das optionale „Nissan Safety Shield“ (serienmäßig Tekna) kombiniert verschiedenste Assistenzsysteme miteinander. Es umfasst einen autonomen Notbrems-Assistenten, eine Bewegungserkennung sowie einen Spurhalte- und einen Totwinkel-Assistenten.

Die neueste Generation von Nissans Navigations- und Infotainment-System (Tekna) integriert dazu nicht nur das Smartphone, sondern auch Funktionen wie etwa Send-to-Car von Google und informative Apps. Alles auf dem neuesten Stand also. Der 115-PS-Benziner beginnt bereits ab 17.990 Euro.


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