Russland: Sanktionen führen zu neuen Ansiedlungen im Land

Berlin/Moskau (APA/dpa) - Als Folge der EU-Sanktionen gegen Russland bemühen sich ausländische Unternehmen nach russischen Angaben verstärkt...

Berlin/Moskau (APA/dpa) - Als Folge der EU-Sanktionen gegen Russland bemühen sich ausländische Unternehmen nach russischen Angaben verstärkt, sich im Land anzusiedeln. Auf diese Weise könnten sie vermeiden, von den Exportbeschränkungen getroffen zu werden, die seit rund einem Jahr gelten, sagte der Leiter der Wirtschaftsabteilung der russischen Botschaft in Deutschland, Sergej Babkin, am Montag in Berlin.

Das gelte vor allem für Betriebe aus dem Maschinenbau. Der Experte Igor Sufraga vom Kreditversicherer Euler Hermes ergänzte, für den Aufbau neuer Betriebe in Russland gebe es nach wie vor staatliche Bürgschaften aus Deutschland.

Der Deutsche-Bahn-Manager Uwe Leuschner sagte, die innerrussischen Transporte hätten im vergangenen Jahr um 20 Prozent zugenommen. Das sei für ihn ein positives Zeichen: „Die Unternehmen versuchen, sich besser zu vernetzen“, sagte Leuschner, der für die Geschäftsentwicklung der Güterbahn in den GUS-Staaten zuständig ist. Ausländische Automobilhersteller, die wegen der Rezession in Russland dort zuletzt deutlich weniger Fahrzeuge verkauften, dächten nun um: „Die ersten stellen sich auf Exporte aus Russland ein.“ Die EU hatte die Sanktionen nach Russlands umstrittener Einverleibung der ukrainischen Halbinsel Krim im März 2014 verhängt.

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