Ukraine - EU-Kommissarin: Kiew könnte mehr Geld brauchen als erwartet

Berlin (APA/Reuters) - Die Ukraine wird nach Auffassung Kristalina Georgiewa, der Vizepräsidentin der EU-Kommission, in den kommenden Jahren...

Berlin (APA/Reuters) - Die Ukraine wird nach Auffassung Kristalina Georgiewa, der Vizepräsidentin der EU-Kommission, in den kommenden Jahren wohl noch mehr Finanzhilfen von außen benötigen als bisher erwartet.

„Der Internationale Währungsfonds hat geschätzt, dass in den nächsten Jahren 41 Milliarden Dollar (37,40 Mrd. Euro) benötigt werden, um die Ukraine zu stabilisieren. Ich schätze, dass es sogar noch mehr werden könnte“, sagte sie in einem Interview, das am Montag auf der Online-Seite der deutschen Zeitung „Tagesspiegel“ erschienen ist. „1,5 Millionen Menschen haben durch den Krieg ihr Obdach verloren - ich glaube, dass die Unterstützung für diese Menschen noch viel mehr Mittel erfordern wird als gedacht,“ erläuterte Georgiewa.

Daher werde die EU die Ukraine über ihren gegenwärtigen Haushaltsrahmen und damit das Jahr 2020 hinaus unterstützen. „Das versteht sich von selbst“, sagte die EU-Kommissarin. Es handle sich um eine Aufgabe für eine ganze Generation. Dabei sei die Ukraine eigentlich ein reiches Land, und zwar sowohl was die Bodenschätze als auch die Fähigkeiten der Menschen dort angehe. Ein EU-Beitritt der Ukraine sei im gegenwärtigen Umfeld der Union nur schwer vorstellbar. „Aber man sollte diesen Traum der Ukrainer trotzdem nicht zunichte machen“, forderte sie.

Die westlichen Länder arbeiteten derzeit an einem Hilfspaket von gut 40 Milliarden Dollar für die Ukraine. Ein Teil davon, nämlich rund 17,5 Milliarden Dollar, sollen vom Internationalen Währungsfonds (IWF) kommen. Beim Entscheidungsgremium des Fonds (Executive Board) hat IWF-Chefin Christine Lagarde jüngst die Bewilligung der Kredithilfen beantragt. Darüber hinaus sollen aus anderen Institutionen und in bilateralem Rahmen weitere Hilfsgelder lockergemacht werden. Die EU hat gerade erst 1,8 Milliarden Euro dafür bewilligt.

~ WEB http://www.imf.org ~ APA513 2015-03-09/18:01


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