Polizei löste Studenten-Protest in Myanmar gewaltsam auf

Letpadan (APA/Reuters/dpa) - Die Polizei in der einstigen Militärdiktatur Myanmar (Burma) hat eine Studenten-Demonstration gewaltsam aufgelö...

Letpadan (APA/Reuters/dpa) - Die Polizei in der einstigen Militärdiktatur Myanmar (Burma) hat eine Studenten-Demonstration gewaltsam aufgelöst und etwa 100 Menschen festgenommen. Sie prügelten mit Schlagstöcken auf rund 50 junge Leute ein, die mit Protestplakaten durch eine Polizeisperre brechen wollten, berichteten Augenzeugen in Letpadan rund 145 Kilometer nördlich der Hafenstadt Rangun.

Demnach seien auch Mönche und Journalisten verprügelt worden. Die festgenommenen Demonstranten seien in zwei Polizei-Transporter gesperrt worden. Andere versuchten zu fliehen und seien bis in einen buddhistischen Tempel hinein verfolgt worden.

Insgesamt nahmen etwa 200 Studenten und ihre Unterstützer an dem seit Wochen andauernden Protest gegen ein Bildungsgesetz teil, das nach ihrer Ansicht die akademische Unabhängigkeit unterdrückt. Die Teilnehmer verlangen unter anderem unabhängige Studentenverbände und modernere Lehrpläne.

Die Gruppe marschierte im Jänner von Mandalay im Landeszentrum los und wollte ins etwa 600 Kilometer entfernte Rangun ziehen, wurde jedoch vor ihrem Ziel von der Polizei in Letpadan gestoppt. Dort sollen die Demonstrierenden seit mehr als einer Woche kampiert haben.

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Der Presseverband Myanmars forderte die Freilassung von Reportern, ohne jedoch zu sagen, wie viele Journalisten festgenommen wurden. Regierung und Polizei waren für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das Informationsministerium veröffentlichte Fotos im Internet, die angeblich zeigen, wie Studenten Polizeibarrikaden niederreißen. Studenten-Vertreter wiesen Vorwürfe zurück, sie hätten die Gewalt angezettelt.

In Rangun hat es häufig Studentenproteste gegeben. 1988 wurde so der Startschuss für eine Demokratiebewegung gegeben, die das ganze Land erfasste, bevor sie brutal von der damaligen Militärregierung niedergeschlagen wurde. Seit 2011 führt eine halb-zivile Regierung Myanmar, das frühere Burma. Sie hat erste Reformen angestoßen.


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