Deutsche Band Kraftwerk will nicht wie Aufladegerät heißen

Washington (APA/AFP) - Die deutschen Elektro-Pop-Pioniere Kraftwerk haben eine Start-Up-Firma verklagt, die ein Aufladegerät mit dem gleiche...

Washington (APA/AFP) - Die deutschen Elektro-Pop-Pioniere Kraftwerk haben eine Start-Up-Firma verklagt, die ein Aufladegerät mit dem gleichen Namen wie die Band vertreiben will. Die am Montag vor einem US-Bundesgericht eingereichte Klage von Bandgründer Ralf Hütter richtet sich gegen den US-Partner des deutschen Unternehmens eZelleron.

Das Unternehmen sammelt seit Jänner im Internet Geld für die Produktion von einem „Minikraftwerk für die Hosentasche“. Die mit Flüssiggas betriebene Brennstoffzelle soll Strom liefern, wenn bei Smartphones und anderen Geräten unterwegs der Akku schlapp macht.

eZelleron hofft auf eine Markteinführung noch in diesem Jahr, hat dabei die Rechnung aber ohne die Elektropopper gemacht. Hütter argumentiert in der Klage, dass Verbraucher „eine Verbindung, einen Zusammenhang oder eine Beziehung zwischen der berühmten Elektromusikband und einem Ladegerät“ annehmen würden. Dabei verwies der Musiker („Wir sind die Roboter“) auf eine Reihe von Produkten, bei denen Kraftwerk die Namensrechte habe - von T-Shirts bis zu Toilettenpapier.

eZelleron hat seinen Sitz in Dresden, der US-Ableger ist in Delaware eingetragen. Hütter verlangt eine Unterlassungserklärung und droht mit Schadenersatz, sollte das Unternehmen seinen Stromerzeuger tatsächlich Kraftwerk nennen. Der Name sei eine „erklärende Bezeichnung“, entgegnet eZelleron-Geschäftsführer Sascha Kühn. „Wir können deshalb die Argumentation von Herrn Hütter, dass unser Kraftwerk, das wie alle anderen Kraftwerke auch Strom erzeugt, nicht Kraftwerk genannt werden darf, nicht nachvollziehen.“ Es bestehe keine Verwechslungsgefahr mit dem Bandnamen.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Das Unternehmen konnte nach eigenen Angaben im Internet bei mehr als 11.600 Geldgebern bereits über 1,5 Million Dollar (1,4 Mrd. Euro) für die erste Serienproduktion des Ladegeräts einsammeln. eZelleron lud Hütter zu einer Vorführung seines Kraftwerks ein. „Uns liegt nichts an einem weltweit ausgetragenen Rechtsstreit“, erklärte Kühn.


Kommentieren