Der Neustart des Marktfests wackelt

Nach einem Jahr Pause sollte das größte Außerferner Freiluft-Event durchstarten, die Zeichen stehen schlecht.

Bild vom Marktfest in Reutte 2013.
© Tschol

Von Helmut Mittermayr

Reutte –Nach 31 Jahren war das Reuttener Marktfest, die größte Freiluftveranstaltung im Außerfern, im vergangenen Sommer erstmals ausgesetzt worden. Ein Jahr Nachdenkpause sollte neue Ideen kreieren. Auffassungsunterschiede einiger Wirte mit dem Langzeit-Organisator, Hotelier Helmut Kraus, über eine mögliche Neuausrichtung hatten das – wie es schien – nur vorläufige Aus gebracht. Im Jahr 2015 sollte das Fest dann in völlig neuem Gewand wiedererweckt werden. Auch BM Oberer hatte sich für einen Neustart unter anderen Vorzeichen ausgesprochen. „Mehr Attraktionen, familien- und pensionistenfreundlicher, bessere Musik, vielleicht Eintritt“, gaben junge Wirte den angepeilten Weg vor. Ein Jahr später ist es um das Marktfest still geworden, die ganze Veranstaltung scheint in Frage gestellt.

Hannes Gomig von der Bar-Lounge Novellis und Roland Ruepp vom Hotel Mohren haben zwar Vorgespräche geführt, ein richtiger Zug sei aber nirgends mehr auszumachen. Die rechtliche Verantwortung, die der Veranstalter persönlich zu übernehmen hat, lässt keinen frohen Mutes in die erste Reihe drängen. Ruepp: „Bisher hat es nur lose Gespräche gegeben. Ein Konzept, zu dem die Leute ,wow‘ sagen würden, gibt es jedenfalls noch nicht. Ein Veranstaltungsbescheid für ein Fest in dieser Dimension ist heutzutage mit unzähligen Auflagen verbunden. Eine eigenes Sicherheitskonzept müsste erstellt werden. Und die Haftungsfrage ist von großer Bedeutung.“ Gomig bestätigt, dass bisher niemand gefunden werden konnte, der den Kopf für das Fest mit mehreren tausend Besuchern hinhalten würde: „Ich werde das auch nicht machen, das steht nicht dafür. Da braucht nur jemand auf ein Glas zu fallen und sich zu verletzen. Dann bist du dran.“

Cüneyit Bozkurt, Betreiber des Piano Kellers in Reutte, schlicht als Jonas bekannt, sorgt jedenfalls schon vor. Der Wirt war schon im vergangenen Jahr am ersten Augustsamstag – dem „immerwährenden“ Marktfesttermin – mit einem großen Fest am BTV-Parkplatz im Untermarkt in die Bresche gesprungen. Auch heuer wird er dafür ansuchen. „Natürlich wäre ich froh, wenn das Marktfest wieder abgehalten würde. Aber wenn nicht, ziehe ich selbst wieder ein Fest durch.“

Helmut Kraus glaubt noch nicht an das Aus. Er kann sich vorstellen ein leicht abgespecktes Marktfest ab Höhe Tauschergasse bis zum Hotel Hirschen zu veranstalten – und auch wie früher als Organisator zu haften, „wenn das allgemein gewünscht wird“. Einige Wirte hätten ihm gegenüber jedenfalls schon erklärt, gerne mitzumachen. Am liebsten wäre Kraus sowieso die bekannte „Länge“ bis hinunter zum Mohren. „Und wenn’s nicht klappt, kann ich immer noch am eigenen Parkplatz etwas auf die Füße stellen und mich mit dem Piano arrangieren.“


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