Ehrenamtliche im Bezirk werden zur großen Familie

Der Schwazer Verein „Tu Was!“ wird jetzt bezirksweit zur Schnittstelle für alle gemeinnützig Engagierten und die, die es noch werden wollen.

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Von Angela Dähling

Schwaz –Etwas Sinnvolles in seiner Pension tun – das wollte Walter Moser. Der Schwazer hatte lange in der IT-Abteilung der Tiwag gearbeitet. Jetzt gibt er ehrenamtlich sein Wissen in der Schwazer Computeria weiter. Gemeinsam mit sieben weiteren Trainern führt Moser bei speziellen Kursen Senioren in die spannende Welt der Computernutzung ein und steht ihnen jeden Montagnachmittag bei Fragen rund um den PC zur Verfügung. Eine Aufgabe zu haben, die Freude daran und der Dank, der zurückkommt, all das sind Gründe, warum sich in Tirol so viele freiwillig engagieren.

So auch Hildegard Derfeser. Sie besucht regelmäßig eine blinde, körperbehinderte Frau im Schwazer Altenheim, geht mit ihr an die frische Luft und nimmt sich Zeit für Gespräche. „Man gibt was, aber man kriegt viel mehr zurück“, erzählt sie. Das sieht Irmgard Wörle genauso. Sie gründete in Jenbach die Lesepatenschaft. 14 ehrenamtliche Lesepaten betreuen nun 13 Volksschüler bei einem täglichen 25-minütigen Lesetraining. „Wir wollen die Freude am Lesen steigern und vermitteln, wa­rum im Alltag Lesekompetenz wichtig ist“, erzählt sie.

Moser, Derfeser und Wörle stehen stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen im Bezirk Schwaz, die sich nun über den 2012 in Schwaz gegründeten und von GF Angelika Heim geführten Verein „Tu Was!“ vernetzen werden. „Daher gebe ich mein Obmann-Amt nun an den Bezirkshauptmann weiter“, informierte Bürgermeister Hans Lintner gestern im Haus der Generationen, wo sich LH Günther Platter ein Bild von der Freiwilligen-Arbeit machte. Stellvertreterin von Obmann BH Mark ist die Schwazer Stadträtin Ingrid Schlierenzauer. „Tu Was! Zentrum für Ehrenamt im Bezirk Schwaz“ heißt der Verein jetzt, Geschäftsführerin bleibt Angelika Heim. Laut Heim und BH Karl Mark sollen nun bezirksweit Schulungen und Veranstaltungen durchgeführt werden. „Wir hatten gerade einen Basislehrgang ,Ehrenamt‘ mit 36 Teilnehmern, das war mehr als erwartet“, schildert Heim. Schulungen mit dem Schwerpunkt „Integration“ für Freiwilligen-Arbeit in Flüchtlingsheimen und monatliche Info-Abende in Schwaz und Ramsau für pflegende Angehörige seien gesplant.

„Ohne meine Freiwilligen-Arbeit wäre ich nicht Landeshauptmann“, erklärte LH Günther Platter. Durch seine Vereinstätigkeit (u. a. Musikkapelle) sei einst der Bürgermeister auf ihn aufmerksam geworden– mit dem Schritt in den Gemeinderat nahm Platters politische Karriere ihren Lauf. Als Innen- und Verteidigungsminister habe er erfahren, dass andere Länder im Katastrophenfall nicht auf Freiwillige setzen können. Das Land Tirol habe sich zum Ziel gesetzt, das Ehrenamt zu stärken, sagte Koordinatorin Andrea Fink (Land Tirol). Landesweit sollen neun Freiwilligenzentren entstehen.

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