Lehrerverband warnt Griechenland vor „Kulturbarbarei“

Düsseldorf/Athen (APA/AFP) - Der Deutsche Lehrerverband hat Griechenland vor der angedrohten Pfändung deutscher Bildungsstätten gewarnt. „Mi...

Düsseldorf/Athen (APA/AFP) - Der Deutsche Lehrerverband hat Griechenland vor der angedrohten Pfändung deutscher Bildungsstätten gewarnt. „Mit der Schließung namhafter deutscher Kultureinrichtungen in Griechenland würde die dortige Regierung Kulturbarbarei betreiben“, sagte Verbandspräsident Josef Kraus der Online-Ausgabe des „Handelsblatt“ vom Donnerstag.

Er reagierte damit auf die Ankündigung des griechischen Justizministers Nikos Paraskevopoulos, zur Durchsetzung von Reparationsforderungen notfalls deutsche Liegenschaften in Griechenland zu pfänden, darunter das Goethe-Institut von Athen, das Deutsche Archäologische Institut sowie die deutschen Schulen in Athen und Thessaloniki.

Kraus zeigte sich überzeugt, „dass die große Mehrheit des griechischen Volkes zumal in Athen und Thessaloniki dies keineswegs will“. Der Verbandspräsident sagte weiter: „Wohlwollend betrachtet könnte man sagen: Die Griechen schlagen aus einer gewissen Ohnmacht nachvollziehbar verbal um sich.“

Paraskevopoulos hatte am Mittwoch gesagt, er sei bereit, ein Urteil zu Entschädigungen für die Ermordung von Zivilisten in der Nazi-Zeit durch eine Beschlagnahme umzusetzen. Dabei geht es um eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2000, wonach Deutschland rund 28 Millionen Euro an die Angehörigen von 218 griechischen Zivilisten zahlen soll, die von den Nazis im Zweiten Weltkrieg ermordet wurden. Dem Urteil zufolge könnten Besitztümer wie das Deutsche Archäologische Institut und das Goethe-Institut als Entschädigung dienen.


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