Prozess gegen polnische Soldaten wegen Tötung afghanischer Zivilisten

Warschau (APA/dpa) - Im Prozess um den Tod von sechs afghanischen Zivilisten haben die Verteidiger am Donnerstag vor dem Warschauer Militärg...

Warschau (APA/dpa) - Im Prozess um den Tod von sechs afghanischen Zivilisten haben die Verteidiger am Donnerstag vor dem Warschauer Militärgericht Freisprüche für vier polnische Soldaten gefordert. Die Militärstaatsanwaltschaft hatte am Dienstag Haftstrafen von fünf bis zwölf Jahren wegen Kriegsverbrechen gefordert. Das Urteil in dem Berufungsprozess soll am 19. März verkündet worden.

Die Soldaten der NATO-Truppen in Afghanistan (ISAF) hatten im August 2007 in dem Dorf Nangar Khel sechs Gäste einer Hochzeitsfeier erschossen, darunter drei Kinder. Sie gaben an, sie hätten Schüsse aus dem Dorf gehört und gedacht, von radikal-islamischen Taliban beschossen zu werden.

In dem ersten Kriegsverbrecherprozess gegen polnische Soldaten waren die damals sieben Angeklagten 2011 mangels Beweisen freigesprochen worden. Ein Jahr später ordnete das Oberste Gericht Polens eine Wiederaufnahme des Verfahrens gegen vier der Soldaten an. Alle Angeklagten bezeichnen sich als unschuldig. Wann das Urteil in diesem verfahren verkündet wird, ist noch nicht bekannt.

~ WEB http://www.nato.int/ ~ APA480 2015-03-12/15:00


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