Melodien-Diebstahl: Rapper Jay Z muss Jazzer Bruno Spoerri zahlen

Basel (APA/sda) - Der amerikanische Rapper Jay Z muss dem Schweizer Jazzer Bruno Spoerri eine Melodie bezahlen, die er ihm gestohlen hatte. ...

Basel (APA/sda) - Der amerikanische Rapper Jay Z muss dem Schweizer Jazzer Bruno Spoerri eine Melodie bezahlen, die er ihm gestohlen hatte. Nach anfänglichem Leugnen habe der Rapper eingelenkt, bestätigte Spoerri am Donnerstag Angaben der Zeitung „TagesWoche“. Beträge sind noch unklar.

Als der Zürcher Jazz-Saxophonist und Keyboarder Bruno Spoerri 1978 sein Stück „Lilith - on the way“ (LP „Glückskugel“) publizierte, ahnte er nicht, dass dieses 2013 plötzlich weltweit ein junges Publikum finden würde. Dies geschah auch nicht unter seinem Namen, sondern in Form des Stücks „Versus“ (CD „Magna Carta Holy Grail“) von Rap-Star Jay Z.

Weil der Rapper ihn weder vorher um Erlaubnis gebeten hatte noch ihn nachher dafür entschädigen wollte, beschritt Spoerri den Rechtsweg. Dieser war lang, erst recht über den Atlantik, und seither sind eineinhalb Jahre vergangen. Den Melodien-Diebstahl zugegeben hat Jay Z dann erstmals vor ein paar Monaten. Ein erstes Vergleichsangebot war allzu bescheiden.

Doch jetzt liegen alle Unterschriften der Anwälte der sieben in den Fall involvierten Musikverlage vor, wie Spoerri am Donnerstag gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte. Jay Z und sein Produzent Timbaland können die Hälfte der Einnahmen für „Versus“ behalten, als Entgelt für den Text. Die andere Hälfte fließt an Spoerri für die Musik.

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Dies gilt auch rückwirkend. Die Schweizer Urheberrechte-Gesellschaft Suisa hatte die Auszahlungen der Erträge für „Versus“ seit Beginn des Rechtsstreits zurückbehalten. Spoerri mag indes nicht ohne eine offizielle Abrechnung schätzen, wieviel Geld ihm nun zufließt - das ist auch abhängig von der Radiopräsenz des Songs im Ausland.

Auch Spoerris Plattenfirma Finders Keepers in England kommt dank der Einigung mit Jay Z zu Geld für ihre Produzentenrechte an „Lilith“. Nach dem anfänglichen Ärger über den dreisten Diebstahl einer künstlerischen Leistung hat der heute 79-jährige Spoerri inzwischen „fast Spaß“ gefunden am Fall. Es sei eine „tolle Erfahrung“ gewesen, das Business auch von dieser Seite kennen zu lernen, sagte er.


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