Griechischer Finanzminister Varoufakis kritisiert EZB-Kaufprogramm

Athen/Frankfurt (APA/Reuters) - Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis kritisiert den Kauf von Staatsanleihen durch die Europäisc...

Athen/Frankfurt (APA/Reuters) - Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis kritisiert den Kauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (EZB). „Dessen Ergebnis wird ein Auftrieb für die Aktienmärkte sein, der sich als nicht nachhaltig herausstellen wird“, sagte Varoufakis am Samstag auf einer Konferenz im italienischen Cernobbio.

Die Zersplitterung der Euro-Zone verhindere, dass die extrem niedrigen Zinsen durch das „Quantitative Easing“ (QE) genannte Kaufprogramm in Ländern wie Italien und Spanien zu mehr Investitionen in der Realwirtschaft führten.

„QE ist überall um uns herum, und Optimismus liegt in der Luft“, sagte der Finanzminister. „Auf die Gefahr ein Spielverderber zu sein, wie mich meine Tochter nennt: Lassen sie mich sagen, dass ich schwer verstehen kann, wie die Ausweitung der Geldbasis in unserer zersplitterten und sich fragmentierenden Währungsunion zu einem merklichen Anstieg der Anlageinvestitionen führen soll.“

Die EZB hatte am Montag ihr über eine Billion Euro schweres Anleihen-Kaufprogramm gestartet. Sie will zusammen mit den nationalen Notenbanken bis voraussichtlich September 2016 Wertpapiere von rund 60 Milliarden Euro pro Monat kaufen. Das drückt die Anleihe-Renditen. Investoren weichen daher auf der Jagd nach Rendite auf die Aktienmärkte aus. Der deutsche Leitindex Dax erreichte deshalb in dieser Woche mehrfach Rekordwerte.

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