Steuern - Initiative „Nein zur Ticketsteuer“: Erhöhung „verkraftbar“

Wien (APA) - Seit gestern ist es fix: Die befürchtete Anhebung der Mehrwertsteuer von zehn auf 20 Prozent bei Konzert-, Kino- und Theaterkar...

Wien (APA) - Seit gestern ist es fix: Die befürchtete Anhebung der Mehrwertsteuer von zehn auf 20 Prozent bei Konzert-, Kino- und Theaterkarten sowie Büchern ist ausgeblieben. Während der Steuersatz bei Büchern gleich bleiben wird, gibt es bei den Tickets eine Erhöhung auf 13 Prozent. Die Branche reagiert verhalten positiv.

„Das wesentliche Ziel der Initiative ‚Nein zur Ticketsteuer‘ ist erreicht: die Verdopplung der Mehrwertsteuer auf Eintrittskarten ist vom Tisch“, heißt es am Samstag etwa in einer Aussendung der Initiatoren von ticketsteuer.at. „Auch wenn die Erhöhung der Steuer von 10 auf 13 Prozent noch immer unerfreulich ist, so ist sie doch zumindest verkraftbar.“ Die Zeit werde zeigen, „dass auch diese 3 Prozent mehr sich im Staatssäckel nicht materialisieren werden - aber wenigstens werden die Besucher bzw. die Bundes-, Landes- und Gemeindebudgets nur moderat zur Kassa gebeten“. Bereits gestern hatte sich Wolfgang Fischer, Geschäftsführer der Wiener Stadthalle, zu Wort gemeldet: „Ich halte diesen Kompromiss für erträglich.“

In seinen im Vorfeld geäußerten Argumenten sieht sich unterdessen IG Autorinnen Autoren-Chef Gerhard Ruiss bestätigt, wie er der APA sagte. Während die Mehrwertsteuer für Bücher nun nicht angetastet wurde, sei er über die Anhebung bei den Tickets doch „erstaunt“. „Man sieht, dass Österreich als Kulturland wenig Interesse hat, an den Verhältnissen etwas zu ändern“, sagt Ruiss. Die 13 Prozent-Lösung versteht der Autorenvertreter als Kompromiss: „Man hat nun einen Kompromissmehrwertsteuersatz erfunden.“ Eine Vollanhebung hätte die Regierung seiner Meinung nach „nicht ausgehalten“.

Ruiss glaubt jedoch, dass der Staat sich damit eher Kosten eingelagert hat. Sollte sich die Erhöhung der Ticketpreise so auswirken, dass Abo- und Besucherzahlen zurückgehen, müsste der Staat die betroffenen Institutionen erst recht auffangen. Nachsatz auch in Richtung Bundestheater: „Es gibt ja keine Sparpotenziale bei den Theatern mehr. Auch bei den Kleinen wird man sich etwas einfallen lassen müssen“, meint Ruiss. Fazit: „Es ist eine österreichische Lösung. Man musste die Mehrwertsteuer anheben, aber man wollte nicht.“

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